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Agentur für Arbeit Lübeck

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Ältere Arbeitnehmer geraten immer mehr unter Druck

06. Juli 2009 (HL/red.) DGB-Region Schleswig-Holstein Ost: Alarmsignale am Arbeitsmarkt – Ältere Arbeitnehmer geraten immer mehr unter Druck: Die Wirtschafts- und Finanzkrise macht sich zunehmend in der Hansestadt Lübeck bemerkbar.
Der Arbeitsmarkt ist bei weitem nicht so stabil, wie es auf den ersten Blick erscheint. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 2,1 % in Lübeck deutet gerade in Krisenzeiten auf einen scheinbar robusten Arbeitsmarkt hin.

Das gilt leider aber nur auf den ersten Blick. Ein Vergleich mit den Juni-Werten der vergangenen Jahre legt das schonungslos offen. In der Regel sinken die Arbeitslosenzahlen im Juni aus saisonbedingten Gründen. So war im Juni 2008 im Vergleich zum Juni 2007 ein Rückgang der Arbeitslosen in Lübeck von 6,1 % zu verzeichnen.
Im Juni 2009 ist der normalerweise saisonbedingte Rückgang ins Gegenteil umgeschlagen, nämlich in einen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Diese aktuellen Zahlen deuten an, wohin die Reise geht.

„Das lässt alle Alarmglocken schrillen und verheißt nichts Gutes für das weitere Jahr. Das darf nicht schön geredet werden oder mit Worten verniedlicht werden ‚der Arbeitsmarkt sei relativ stabil’. Tatsache ist, die Krise ist am Arbeitsmarkt angekommen. Auch in Lübeck. Wir müssen uns auf schwere Zeiten einstellen und verlässliche Maßnahmen ergreifen, von einer schnellen Umsetzung der Konjunkturprogramme über Qualifizierungsmaßnahmen bis zum gesamten arbeitsmarktpolitische Instrumentarium. Hier sind die Bundes- und Landes- sowie die kommunale Ebene gefragt“, fordert der DGB-Vorsitzende Uwe Polkaehn.

Ein tieferer Blick in die Entwicklung der Arbeitslosigkeit macht deutlich, dass ältere Arbeitnehmer ganz besonders vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen sind. Von Juni 2008 auf Juni 2009 stieg die Zahl der Arbeitslosen zwischen 55 und 65 Jahren in Lübeck um 3,9 %. Ältere werden in die Arbeitslosigkeit geschickt. Das scheint eine Strategie der Unternehmen in der Wirtschaftskrise zu sein.

Gleichzeitig wird die Rente mit 67 ab 2012 eingeführt. Davon betroffen sind alle Arbeitnehmer, die heute jünger als 61 Jahre sind.
„Deshalb muss die Rente mit 67 auf den Prüfstand, wie es das Gesetz vorsieht. Danach soll ab 2010 untersucht werden, wie sich die Lage am Arbeitsmarkt für Ältere entwickelt. Die vorliegenden Zahlen zeigen eindeutig: ältere Arbeitnehmer haben in der Krise schlechtere Chancen und sind die ersten, die ihren Hut nehmen müssen. Deshalb muss die Rente mit 67 in der heutigen Wirtschaftskrise auf den Prüfstand und zumindest ausgesetzt werden solange die Wirtschaftskrise Ältere in die Altersarmut drängt“, fordert der DGB-Vorsitzende Uwe Polkaehn.

DGB-Region Schleswig-Holstein Ost

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