Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Soziales Familie&Co Gesundheit

Frauen-Musik-Treff Tontalente für geflüchtete Frauen vorgestellt

06. September 2017 (HL-Red-RB) Rund zehn Frauen besuchen seit März wöchentlich 2017 den "Frauen-Musik-Treff", ein Angebot des Vereins Tontalente e.V., mit dem ein eigener Ort für geflüchtete Frauen geschaffen werden soll. Zusätzlich treffen sie sich einmal im Monat im Frauenkommunikationszentrum Aranat zu einem Tages-Workshop und unternehmen Ausflüge.

Die Musikpädagogin Isabel Kuczewski und die syrische Pädagogin und Musikerin Ola Babakert leiten den Frauen-Musik-Treff und gaben am Dienstag, 5. September, einen Einblick in ihre praktische Arbeit.
Das Grußwort hielt Elke Sasse, Frauenbeauftragte der Hansestadt Lübeck. "Seit Jahren stellt Ihr tolle Musik-Projekte in Lübeck auf die Beine, und dies vor allem für Menschen, die ansonsten aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht die Möglichkeit haben, zum Beispiel ein Instrument zu erlernen", so Sasse. Beispiele seien das interkulturelle Stadtteilorchester in Eichholz, das Projekt "LebenskünstlerIn" für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an zwei Lübecker Schulen, die Musik-Cafés - zu denen auch der Frauen-Musik-Treff gehört -, aber auch der deutsch-türkische Mädchenchor "Kelebek".

Der "Frauen-Musik-Treff" ist durch das Bundesprogramm "Kultur macht stark" mit dem Rahmenkonzept "Ich bin HIER" bis Ende Dezember diesen Jahres gefördert. Neben Tontalente beteiligen sich das Frauenkommunikationszentrum Aranat und das Projekt FLOW der Gemeindediakonie Lübeck an der Umsetzung.

Damit das Angebot auch im nächsten Jahr stattfinden kann, suchen die beteiligten Organisationen eine Anschlussfinanzierung. "Eine Unterstützung geflüchteter Frauen ist sehr wichtig, denn ihre Lebenssituation ist überwiegend schlecht", so Ann-Kristin Kröger von Tontalente e.V. Sie sind traumatisiert, unglücklich, unterversorgt und haben schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt, so das Fazit der von der Bundesregierung geförderten ersten repräsentativen Studie zu geflüchteten Frauen in Deutschland vom März diesen Jahres.

Am 29. September präsentiert sich der Frauen-Musik-Treff musikalisch bei der Veranstaltung "Das sind WIR in Lübeck" - Highlights aus dem Interkulturellen Sommer 2017 - im Kolosseum, Kronsforder Allee 25.

Wer den Verein unterstützen möchte, kann sich bei Ann-Kristin Kröger unter den Telefonnummern 0451/30086925 oder 0171/6239566 melden.




Musikpädagogin Isabel Kuczewskim, die syrische Pädagogin und Musikerin Ola Babakert und Ann-Kristin Kröger von Tontalente e.V. (vorne von li.)




Hier "winken" die Frauen keinesfalls dem Fotografen, sondern sie "pflücken gerade Äpfel vom Baum" oder versuchen es - eine Streckübung, der weitere zum Auflockern folgen. Aber vielleicht winken sie hier doch gleichzeitig ein wenig...


Lübeck-TeaTime hat an diesem Gespräch auch teilgenommen und zeigt persönliche Eindrücke auf:
Der 'Frauen-Musik-Treff' beginnt immer mit Kennenlern-Spielen mit einem Rundum – Nennen der Vornamen, dann Übungen zum Auflockern.
Das war auch an diesem Pressegespräch nicht anders und ergänzt durch persönliche Vorstellung jeder und jedes Einzelnen. Danach wurden, wie in jedem Treff Lieder in den Sprachen der teilnehmenden Frauen und auch in deutscher sowie englischer gesungen. Die Frauen sollen gerne Lieder aus ihrer Heimat vorstellen, deren Texte geschrieben, abgezogen und verteilt werden. Beeindruckend das erste Lied es Abends „Fairwell“, das – wie zuvor angedeutet - nach Strophen wechselnd in englischer, arabischer, deutscher und türkischer Sprache gesungen wurde. Tontalente gibt nicht nur Gelegenheit zum Singen, sondern kommt gerne auch Wünschen nach einer Instrumenten-Ausbildung nach. So hat eine der Frauen gerade eine Gitarre für sich ausgewählt. Zu hören auch, dass beispielsweise in Afghanistan Frauen „ nicht singen dürfen“. Eine Recherche hierzu ergab, dass dies zumindest „Schlager“ betrifft. Das mag jedoch „örtlich“ unterschiedlich sein.

Die Frage, ob Partnern es gut finden, dass Frauen an diesen Treffs teilnehmen, wurde damit beantwortet, dass die Freude aus der Musik mit nach Hause genommen wird und sich dort überaus positiv auswirkt. Vor allem wird das Selbstbewusstsein der Frauen gestärkt. Überhaupt hat sich bereits jetzt eine wunderbare Gemeinschaft entwickelt, die sich auch darin zeigt, dass Frauen, die keine Fahrgelegenheit haben, untereinander gerne von zu Hause „abgeholt und wieder gebracht“ werden. Kinder dürfen gerne dabei sein. Denn daran soll der Besuch der Treffs keinesfalls scheitern.

Ein Ziel übrigens durchaus, mit ihrem Gesang an Veranstaltungen teilnehmen zu können, um ggf. auch auf diesem Wege durch Gelder daraus die Kosten mitzutragen. Auf die Veranstaltung im Kolosseum wurde bereits hingewiesen.

Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Quelle:
Red/HL-live-Verein

Impressum