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Agentur für Arbeit Lübeck

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Agentur für Arbeit: Bilanz des Berufsberatungsjahres 2007/2008

02.11.2008. 2.700 gemeldete Ausbildungsstellen und 1.845 gemeldete Lehrstellenbewerber: Wettbewerb um Schulabgänger hat bereits begonnen: „Lübeck verzeichnet die beste Stellen-Bewerber-Relation in Schleswig-Holstein. Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt verbessert sich für Jugendliche zusehends. Zum einen investieren Betriebe vor dem Hintergrund eines demografischen Fachkräftebedarfes verstärkt in eigenen Nachwuchs, zum anderen beginnt die Zahl der Schulabgänger auch bei uns in der Region langsam zu sinken.

Außerdem fehlen den Betrieben zunehmend Bewerber aus Mecklenburg-Vorpommern, da dort die Schulabgangszahlen bereits massiv rückläufig sind. Der Wettbewerb um Bewerber hat bereits begonnen. Aus Gesprächen mit Schülern bei Ausbildungsbörsen und in Beratungsterminen beobachten wir, dass leistungsstarke Bewerber an der Schule von Betrieben abgeworben werden.

Künftig müssen alle Potenziale ausgeschöpft werden, um den Fachkräftebedarf zu decken und dabei verstärkt schwächeren Bewerbern eine Ausbildung zu ermöglichen“, erklärt Wolfgang Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.

Im Ausbildungsjahr 2007/2008, das vom 01. Oktober 2007 bis 30. September 2008 dauerte, wurden der Agentur für Arbeit Lübeck 2.700 Ausbildungsstellen zur Besetzung angeboten, 170 oder 5,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig haben 1.845 Bewerber die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 720 oder 28,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Am Ende des Beratungsjahres waren noch 49 Bewerber unversorgt und 134 Stellen nicht besetzt. Damit stehen rein rechnerisch jedem unversorgten Bewerber 2,7 Ausbildungsstellen zur Verfügung; die beste Relation in Schleswig-Holstein. Im Landesschnitt ist das Verhältnis mit 0,96 nahezu ausgeglichen.





„Viele Jugendliche informieren sich mittlerweile mit Hilfe des Internets und der Selbstinformationsangebote über Ausbildungsberufe. Das ist eine gute Möglichkeit, um sich auf die Berufswahl vorzubereiten. Ich empfehle Schülern jedoch auch ein ausführliches Beratungsgespräch in der Berufsberatung, um möglichst alle Aspekte eines Berufes zu berücksichtigen und Fehlentscheidungen noch besser zu vermeiden. Ausbildungsabbrüche sind für beide Seiten - Jugendliche und Betriebe - unangenehm“, erläutert Karsten Marzian, Geschäftsführer für den operativen Bereich in der Arbeitsagentur Lübeck.

Gemeinsam mit der Handwerkskammer Lübeck (HWK), der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK), den Kreishandwerkerschaften sowie den Beruflichen Schulen wurde heute in der Ausbildungskonferenz auf Einladung der Agentur für Arbeit Lübeck die Situation auf dem Ausbildungsmarkt erörtert.

Bilanz im einzelnen

Im Hauptagenturbezirk Lübeck wurden 1.746 Ausbildungsstellen zur Besetzung angeboten, 8 oder 0,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig haben 1.202 Bewerber die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 382 oder 24,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Am Ende des Beratungsjahres waren noch 39 Bewerber unversorgt und 77 Stellen nicht besetzt.

In den ostholsteinischen Geschäftstellenbezirken wurden 954 Ausbildungsstellen zur Besetzung angeboten, 162 oder 14,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig haben 643 Bewerber die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 338 oder 34,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Am Ende des Beratungsjahres waren noch 10 Bewerber unversorgt und 57 Stellen nicht besetzt.

Zwei Drittel aller Ausbildungsstellen wurden im Dienstleistungsbereich (1.780) angeboten, wobei eine Konzentration auf die Gruppe der Warenkaufleute (521) und der Büroberufe (451) zu beobachten war.

Auch bei den Bewerbern zeigte sich eine Präferenz für Dienstleistungsberufe. 60 Prozent von ihnen strebten dorthin, wobei wiederum Warenkaufleute (334 Bewerber) und Büroberufe (258 Bewerber) Spitzenreiter waren.

Den 820 angebotenen Ausbildungsstellen in Fertigungsberufen standen 654 Jugendliche gegenüber. Am häufigsten angeboten und gesucht wurden dabei Mechaniker, Elektriker und Ernährungsberufe.

Top 10 der Berufswünsche

Nach wie vor konzentrieren sich 52,1 Prozent der Bewerberinnen und 39,9 Prozent der Bewerber auf folgende zehn Berufe:






Struktur der Bewerber und Bewerberinnen

Insgesamt waren 44,2 Prozent der Bewerber weiblich. Mit 40,1 Prozent endete für die meisten gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber das Schuljahr im Berichtsjahr 2008. Die überwiegende Zahl der Jugendlichen, die sich bei der Berufsberatung meldeten, hatte einen Hauptschul- (34,8 Prozent) oder einen Realschulabschluss (46,8 Prozent). Eine Fachhochschul- oder Hochschulreife besaßen 15 Prozent. Nur 2,4 Prozent hatten keinen Schulabschluss. Die Altersstruktur blieb nahezu unverändert zum Vorjahr.







Arbeitsagentur: Guter Ausbildungsvermittler

Mit 47 Prozent wurde nahezu die Hälfte der Jugendlichen, die mit Hilfe der Arbeitsagentur eine Ausbildungsstelle gesucht haben, vermittelt. Damit liegt die Arbeitsagentur Lübeck mit Heide landesweit an der Spitze. Im Landesdurchschnitt liegt die sogenannte Einmündungsquote bei 43,1 Prozent und im Bundesschnitt bei 45,5 Prozent. Die andere Hälfte der Jugendlichen hat mit einem Schulbesuch, Studium, Zivil- oder Bundeswehrdienst (11,5 Prozent) beziehungsweise einer Fördermaßnahme (8,5 Prozent) begonnen oder selbst eine Ausbildung sowie Beschäftigung (33 Prozent) gefunden.

„Ich bin überzeugt, dass wir bis zum Jahresende unser Bündnisziel erreichen, jedem ausbildungsfähigen und –willigen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz oder Einstiegsqualifizierung anbieten zu können. Zur gemeinsamen Nachvermittlungsbörse mit der Handwerkskammer Lübeck sowie Industrie- und Handelskammer Lübeck am 09. Oktober 2008 wurden 81 Bewerber eingeladen und 33 sind erschienen. Den 33 Jugendlichen konnte mindestens ein Angebot unterbreitet werden. Es ist noch viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt. Auch durch die Lösung von Ausbildungsverhältnissen während der Probezeit entstehen noch Angebote. Jugendliche und Betriebe sollten bei vorzeitiger Beendigung des Ausbildungsverhältnisse die Berufsberatung einschalten. Der Arbeitgeber kann seinen Personalbedarf bei einer zeitnahen Meldung noch decken und gleichzeitig einem motivierten Bewerber eine Chance bieten“, erklärt Annette Paßlack, die für die Berufsberatung zuständige Teamleiterin.

Ausbildungsstellen - auch bereits für das Jahr 2009 - können gemeldet werden unter der Telefonnummer 0 18 01 / 66 44 66 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise abweichend).

Quelle: Agentur für Arbeit Lübeck

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