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Agentur für Arbeit Lübeck

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Agentur für Arbeit HL bilanzierte 2008 mit Ausblick auf 2009

23. Februar 2009 (HL-red.). Spaß und Freude im Lübecker Karneval am heutige Rosenmontag. Ähnliche, wenn auch Freude und Stolz auf völlig anderer Ebene weil in der Agentur für Arbeit Lübeck: Heute stellte Karsten Marzian, Geschäftsführer Operativ der Agentur, in Vertretung des Vorsitzenden der Agentur-Geschäftsführung Wolfgang Werner in einem Pressegespräch "Arbeitsmarktbilanz 2008 und Ausblick 2009" vor. Grund zu deren besonderer Freude: Arbeitslosigkeit sinkt in der Hansestadt Lübeck um 6,1 Prozent - Arbeitslosenquote reduziert sich auf 12,2 Prozent - Beschäftigung steigt um 3,0 Prozent!



Dazu im Einzelnen: Das Jahr 2008 war geprägt von einem kontinuierlichen Abbau der Arbeitslosigkeit. Die sich Ende des Jahres abschwächende Konjunktur wirkte sich 2008 auf dem regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarkt noch nicht aus. In der Hansestadt Lübeck, die zum Bezirk der Agentur für Arbeit Lübeck gehört, ging die Arbeitslosigkeit insgesamt um 6,1 Prozent zurück. Bei den Arbeitslosen, die von der Arbeitsagentur betreut werden, gab es sogar einen Rückgang von 12,5 Prozent.



Foto(RB): Grund zur Freude - die Agentur für Arbeit Lübeck kann auf erfolgreiche Arbeit zurückblicken und ist für Künftiges gut gerüstet: Karsten Marzian, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Lübeck.

„Ende Dezember 2008 war die Zahl der Arbeitslosen so niedrig wie zuletzt im Dezember 1994. Das war eine solide Ausgangsbasis für schwierige Zeiten. Die Einschätzungen und Erwartungen zur Geschäftsentwicklung in den verschiedenen Branchen sind für 2009 sehr unterschiedlich. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist derzeit verhalten. Arbeitslosmeldungen wurden in jahreszeitlich üblichem Umfange verzeichnet. Der Lübecker Arbeitsmarkt hat weniger Höhen und Tiefen als andere Arbeitsmärkte in Deutschland. Er entwickelt sich langsamer als anderenorts, aber auch stetiger. Es sind die vielen kleinen mittelständischen Unternehmen, die den Arbeitsmarkt prägen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit Kurzarbeit und Qualifizierung die Krise meistern werden. So können Betriebe flexibel bei neuen Aufträgen reagieren und haben keine Reibungsverluste bei der Suche nach neuem Personal. Es ist wichtig, das Fachkräftepotenzial in unserer Region zu halten“, erklärt Wolfgang Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Hansestadt Lübeck



1. Arbeitskräfteangebot

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Lübeck waren im Jahresdurchschnitt 20.718 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet, 1.774 oder 7,9 Prozent weniger als 2007.
In der Hansestadt ging die Arbeitslosigkeit etwas weniger um 6,1 Prozent oder 824 Frauen und Männer auf 12.785 zurück.

Von den 12.785 Arbeitslosen waren 2.641 dem Personenkreis nach SGB III (Betreuung durch die Agentur für Arbeit) und 10.144 dem Personenkreis nach SGB II (ehemalige Arbeitslosenhilfeempfänger und erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger, die seit 2005 von der Arbeitsgemeinschaft Lübeck betreut werden) zuzuordnen.
Durch eine intensive und an den Erfordernissen des Marktes orientierte Betreuung der Arbeitslosen konnte die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis bei der Agentur für Arbeit um 12,5 Prozent abgebaut werden. Die Arbeitsgemeinschaft Lübeck konnte eine Reduzierung um 4,2 Prozent erreichen.

Bei weiteren 1.500 Arbeitnehmern, die sich arbeitsuchend gemeldet haben, konnte die Arbeitslosigkeit verhindert werden. Sie konnten bereits während der Job-to-Job-Phase integriert werden.

Die Arbeitslosigkeit konnte auch schneller beendet werden. Nahezu 60 Prozent der Arbeitslosen, die von der Arbeitsagentur betreut werden, und über 30 Prozent der von der Arbeitsgemeinschaft Betreuten konnten innerhalb von drei Monaten integriert werden.

Der günstige Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in der abnehmenden Zahl der Übertritte vom Rechtskreis SGB III zum SGB II wieder. Während im ersten Quartal 2006 noch 15,6 Prozent der Arbeitslosengeld I- Bezieher sich nach Auslaufen der Leistung bei der Arbeitsgemeinschaft meldeten, waren es 2008 lediglich 4,8 Prozent.

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Jahresdurchschnitt 2008 12,2 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 13,0 Prozent. Der Rückgang um 0,8 Prozentpunkte lag auf Landesniveau.
Die Arbeitslosenquote der von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitnehmer lag bei 2,5 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent). Die Quote der Kunden der Arbeitsgemeinschaft Lübeck lag bei 9,7 Prozent (10,1 Prozent).

Arbeitslosenquoten



2. Arbeitslosigkeit einzelner Personengruppen
Frauen konnten etwas stärker von der Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren als Männer. Während im Jahresdurchschnitt 6,3 Prozent weniger Frauen arbeitslos waren als 2007, ging die Arbeitslosigkeit bei Männern um 5,8 Prozent zurück. Entsprechend ging der Frauenanteil an allen Arbeitslosen von 46,1 Prozent auf 46,0 Prozent zurück. Insgesamt waren 5.881 Frauen (1.313 SGB III, 4.569. SGB II) und 6.940 Männer (1.328 SGB III, 5.576 SGB II) im Jahresdurchschnitt arbeitslos.

Die Arbeitslosigkeit bei Jüngeren unter 25 Jahren blieb nahezu unverändert. Im Jahresdurchschnitt waren 1.452 Jüngere (-2,4 Prozent; 456 SGB III, +0,7 Prozent; 997 SGB II, -8,5 Prozent) arbeitslos gemeldet. Da sie weniger stark vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten, stieg ihr Anteil an allen Arbeitslosen von 10,9 Prozent 2007 auf 11,4 Prozent 2008.

Insgesamt waren 3.143 Ältere (740 SGB III, 2.403 SGB II) arbeitslos gemeldet. Während bei der Arbeitsagentur im Jahresdurchschnitt 13,6 Prozent weniger Ältere arbeitslos waren, ging die Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsgemeinschaft um 0,7 Prozent zurück. „Hier machte sich die gestiegene Nachfrage nach Fachkräften und die Bereitschaft der Betriebe bemerkbar, das Know-How Älterer wieder stärker zu nutzen“, ergänzt Karsten Marzian, Geschäftsführer für den operativen Bereich der Agentur für Arbeit.

Langzeitarbeitslose konnten von der positiven Entwicklung am Lübecker Arbeitsmarkt überproportional profitieren. In der Arbeitsagentur ging die Arbeitslosigkeit um 39,4 Prozent und bei der Arbeitsgemeinschaft um 6,6 Prozent zurück. Bei der Arbeitsagentur waren 13,7 Prozent aller Arbeitslosen Langzeitarbeitslose (361) und bei der Arbeitsgemeinschaft 51,7 Prozent (5.246). In beiden Rechtskreisen waren 5.608 Arbeitnehmer ein Jahr und länger arbeitslos (-9,7 Prozent). Ihr Anteil an allen Arbeitslosen ist von 45,6 Prozent auf 43,9 Prozent gesunken.
3. Arbeitskräfteangebot einzelner Regionen

In allen Dienststellenbezirken ging die Arbeitslosigkeit zurück. Den stärkste Rückgang gab es dabei im Bezirk der Dienststelle Neustadt und den geringsten in der Dienststelle Oldenburg. Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet die Dienststelle Timmendorfer Strand und die höchste die Hauptagentur Lübeck.




Lübeck hat zwar nicht den höchsten Bestand an Arbeitslosen aller schleswig-holsteinischen Agenturbezirke, aber dennoch mit 12,2 Prozent die höchste Arbeitslosenquote im Land. Die Quote wird auf Grundlage aller zivilen Erwerbspersonen am Wohnort errechnet. Lübeck hat im Vergleich zu anderen Bezirken zu wenig Erwerbstätige, die vor Ort wohnen. Ein Rückgang der Arbeitslosen alleine reicht nicht aus, um die Arbeitslosenquote zu senken. Eine dauerhafte Annäherung an andere Bezirke kann nur erreicht werden, wenn die erwerbstätige Wohnbevölkerung überproportional steigt.

Der Kreis Ostholstein liegt mit seiner Quote von 8,0 Prozent im oberen Drittel aller schleswig-holsteinischen Kreise. Der Bezirk ist geprägt von einer hohen Saisonarbeitslosigkeit und starken Zu- und Abgängen. Die Vormonatsschwankungen liegen zwischen plus 9,9 Prozent und minus 10,5 Prozent.

4. Arbeitskräftenachfrage

2008 wurden in der Hansestadt Lübeck 8.971 (-609 oder 6,4 Prozent gegenüber 2007) offene Stellen zur Besetzung gemeldet. Der Rückgang war etwas niedriger als in Westdeutschland (- 9,8 Prozent, Schleswig-Holstein - 0,6 Prozent).
Mehr Stellen wurden im Erziehungswesen, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe sowie Energieversorgung angeboten.

5. Beschäftigung

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im Vorjahresvergleich im ersten Halbjahr 2008 in der Hansestadt Lübeck auf 81.197 (+2.403 oder +3,0 Prozent) an. Die Entwicklung fiel günstiger als im Gesamtbezirk (+1,7 Prozent), Schleswig-Holstein (+2,3 Prozent) und Bundesgebiet (+ 2,2 Prozent) aus.

Insbesondere in den Wirtschaftsbereichen Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen (+1.426, darunter Personaldienstleistungen +187) Gesundheits-, Veterinär-, Sozialwesen (+664), verarbeitendes Gewerbe (+524), Handel (+137) sowie Baugewerbe (+87) gab es mehr Beschäftigte. Einen Rückgang gab es bei öffentlichen Verwaltungen (-569) sowie bei Verkehr und Nachrichtenübermittlung (‑220).

Anteil der Beschäftigten und Veränderung zum Vorjahr



6. Ausgaben

Die Agentur für Arbeit Lübeck hat 151,6 Millionen Euro ausgegeben; 6,6 Millionen oder 4,1 Prozent weniger als 2007.

52,3 Prozent der Haushaltsmittel wurden für die Lohnersatzleistungen Arbeitslosengeld I (79,3 Mio.Euro; -12,0 Prozent) und Insolvenzgeld (3,7 Mio.Euro; +1,7 Prozent) gezahlt. Dabei gab es im Jahresdurchschnitt 5.900 Arbeitslosengeld I-Bezieher.

30,9 Prozent (46,8 Mio.Euro; +7,5 Prozent) wurden für Leistungen der aktiven Arbeitsförderung wie zum Beispiel Weiterbildung, Trainingsmaßnahmen oder Förderung der Selbständigkeit gewährt. Der Anteil der geförderten Frauen lag bei 53 Prozent.

7. Kurzarbeit

2008 wurden 1,3 Millionen Euro Kurzarbeitergeld (Kug) und Saison-Kug gewährt. Dabei wurde monatlich für durchschnittlich 403 Arbeitnehmer in 43 Betrieben Kug gezahlt. Der zeitliche Arbeitsausfall war unterschiedlich. Umgerechnet auf ein Vollzeitäquivalent entsprach es einer monatlichen Entlastung von 165 Arbeitnehmern, die dadurch nicht arbeitslos wurden.

In den Wintermonaten Dezember bis März waren überwiegend Betriebe des Baugewerbes betroffen, die das Saison-Kug erhielten. Durch das Saison-Kug wird Arbeitslosigkeit bei Arbeitsausfällen aufgrund von witterungsbedingten oder wirtschaftlichen Ursachen (Auftragsmangel) vermieden. Hier wurden auch Sozialversicherungsbeiträge erstattet (621.000 Euro) und umlagefinanzierte Winterbeschäftigung gefördert (656.000 Euro).

Außerdem wurden 230.000 Euro an Transferkurzarbeitergeld gezahlt. Mit der Gewährung von Transfer-Kug sollen bei betrieblichen Restrukturierungsmaßnahmen (Betriebsänderungen im Sinne von § 111 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)) Entlassungen vermieden werden.

In den letzten Monaten ist ein Anstieg des konjunkturellen Kug zu beobachten.

Anzeigen über Kurzarbeit und Anzahl betroffener Personen



8. Geschäftspolitische Ziele 2008

Die Bundesagentur für Arbeit hat bereits vor 5 Jahren ein neues Steuerungsmodell eingeführt, das durch eine Kopplung von Wirtschaftlichkeits- und Wirkungsbetrachtung geprägt ist. Vom Vorstand werden Geschäftpolitische Ziele festgelegt, Zielvereinbarungen mit den Arbeitsagenturen abgeschlossen und die Zielerreichung unterjährig überprüft. Dabei wurden Vergleichsregionen gebildet, die in einem Ranking miteinander konkurrieren. Die Agentur für Arbeit Lübeck ist mit 19 weiteren Agenturen im Vergleichstyp III a, der durch eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit mit mäßiger Dynamik gekennzeichnet ist.

Die übergeordneten Geschäftpolitischen Ziele bleiben auch für 2009 bestehen
Beratung und Integration nachhaltig verbessern
Wirkungsorientiert und wirtschaftlich arbeiten
Hohe Kundenzufriedenheit erzielen
Mitarbeiter-/ innen motivieren und Potenziale erkennen und ausschöpfen

Bei regelmäßigen Kundenbefragungen haben Arbeitgeber der Arbeitsagentur die Note 2,4 gegeben. 89 Prozent würden die Dienste der Arbeitsagentur wieder in Anspruch nehmen. Arbeitnehmer vergaben bei der Kundenzufriedenheit ebenfalls die Note 2,4. Beide Werte liegen im Vergleich mit den anderen 178 Agenturen im guten Mittelfeld.

Die Integration von Arbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt wird 2009 durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen unterstützt. Für Weiterbildung, Trainingsmaßnahmen, Eingliederungszuschüsse und Förderung der Selbständigkeit wurden rund 4.800 Maßnahmenplätze mit insgesamt 12,8 Millionen Euro veranschlagt. 2008 haben 5.000 Teilnehmer mit einer Maßnahme begonnen und es wurden 13,9 Millionen Euro ausgegeben.

Hinzu kommt die „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer ab 50 Jahre in Unternehmen“ (WeGebAU). Davon konnten 2008 204 Kunden profitieren und es wurden 0,8 Millionen Euro ausgegeben. 2009 stehen 0,9 Millionen Euro zur Verfügung.
Von dem Sonderprogramm „Ganzheitliche Integrationsleistung für Arbeitslose mit Aktivierungs- und Unterstützungsbedarf sowie multiplen Vermittlungshemmnissen und geringen Integrationschancen“ (Ganzil) sollen 1.050 Kunden profitieren und 1,2 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung.

2009 wurden für Kunden der Agentur für Arbeit Lübeck insgesamt 6.048 Eintritte in arbeitsmarktliche Fördermaßnahmen mit einem Finanzvolumen von 16,2 Mio.Euro geplant. Darüber hinaus werden Haushaltsmittel für die Qualifizierung während der Kurzarbeit bereitgestellt.

„Insgesamt lässt sich 2008 eine schnellere Integration der Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt und Jugendlichen in den Ausbildungsmarkt sowie ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit feststellen. Die Agentur für Arbeit Lübeck ist gut aufgestellt und agiert dicht am Markt. Mit Informationen zur Kurzarbeit und Qualifizierung statt Entlassungen und Fachkräftemangel stehen wir den Betrieben vor Ort gerne zur Verfügung und beraten Sie über die Fördermöglichkeiten“, ließ Wolfgang Werner ausrichten.

Quelle: Agentur für Arbeit Lübeck

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