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"fit und stark plus" - Kinder sorgen selbst für ihr Wohlbefinden

08. März 2012 (HL-Red-RB) Bundesweit einmaliges Forschungsprogramm in Grundschulen:
Seit fünf Jahren gibt es das Programm "fit und stark plus" an Grundschulen. In der Marienschule zogen die Verantwortlichen am Donnerstag eine Bilanz. Mediziner, Sponsoren und Krankenkassen sind vom Erfolg überzeugt. Sind mit dem Programmerfolg sehr zufrieden: Renate Menken, Vorsitzende der Possehl-Stiftung, Prof. Dr. Peter Dominiak, Präsident der Universität zu Lübeck, AOK-Vorstand Dr. Dieter Paffrath, Jens Kuschel, Sprecher der AOK, Susanne Samelin, vom Gemeinnützigen Institut für Prävention und Gesundheitsforschung und Prof. Dr. Inke König von der Universität zu Lübeck.

Viele Kinder klagen über Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen. Die Folgen sind häufig Arztbesuche und die Einnahme von Medikamenten. Wie diese künftig reduziert werden können, zeigt das bundesweit einmalige Forschungsprogramm ‚fit und stark plus’. Das Programm überzeugt in mehrfacher Hinsicht: "Es fördert das Gesundheitsbewusstsein der Kinder, steigert ihr Wohlbefinden und führt zu einer geringeren Medikamenteneinnahme sowie weniger Arztbesuchen. Das sind gute Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder", erklärt Dr. Dieter Paffrath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest.

Das gemeinnützige Institut für angewandte Prävention und Gesundheitsforschung hat das Programm entwickelt, die Forschungsgruppe Schmerzen der Universität Lübeck hat seine Wirkung überprüft. Kooperationspartner sind die AOK Nordwest und die Possehl-Stiftung Lübeck, die das Programm im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie finanzieren.

Bei über 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland treten Schmerzen wiederholt auf - von einmal vierteljährlich bis zu täglich. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde das Projekt "fit und stark plus" entwickelt. Kernstück des Programms ist die Vermittlung von Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit, und zwar durch geschulte Lehrkräfte im Rahmen des regulären Unterrichts. Auf spielerische Weise lernen die Kinder zum einen, sich mehr zu bewegen und zu entspannen sowie gesünder zu essen. Zum anderen lernen sie Möglichkeiten kennen, Probleme durch eigenes Handeln zu lösen.

Die Sympathie-Figur "Wohli" begleitet die Kinder dabei. Einige von den aufeinander abgestimmten Methoden sind Rollen- und Bewegungsspiele, Fantasiereisen, Entspannungstechniken, das Probieren gesunder Speisen und die beliebten Wohlfühlkonferenzen. Hierbei lernen die Kinder, Probleme anzusprechen und gemeinsam Konflikte zu lösen. Auch die Familien der Kinder werden eingebunden, etwa durch Informationsabende und spezielle Elternzeitschriften. So können Mütter und Väter die von den Kindern erworbenen Kompetenzen zu Hause stärken und weiter fördern, zum Beispiel durch sportliche Aktivitäten, gemeinsames Kochen oder die gemeinsame Konfliktbewältigung.

Am Programm "fit und stark plus" nahmen insgesamt 386 Kinder an Grundschulen in Lübeck und im Kreis Herzogtum Lauenburg teil. Sie wurden verglichen mit 568 Kindern mit ausschließlichem Regelschulunterricht und 482 Kindern, die an einem anderen Präventionsprogramm teilgenommen haben. Diese Kinder kamen aus Schulen aus ganz Schleswig-Holstein. Das Ergebnis: "Die "fit und stark plus"-Kinder hatten mehr Handlungsideen, etwas für ihr Wohlbefinden zu tun und nahmen weniger Medikamente ein als die Kinder aus den Vergleichsgruppen", erklärte Prof. Dr. Inke König von der Universität zu Lübeck.

"Die Kinder wissen mehr über einen gesunden Lebensstil und haben mehr Ideen, wie sie ihr Wohlbefinden bewahren oder wiederherstellen können", sagt Projektleiterin Susanne Samelin, vom Gemeinnützigen Institut für Prävention und Gesundheitsforschung. Das bestätigt auch Waltraud Mallach, Leiterin der Marien-Schule in Lübeck: "Unsere Erfahrungen sind positiv. Mit "fit und stark plus" können die Kinder den Schulalltag leichter bewältigen."

Im Gegensatz zu vielen anderen Präventionsprogrammen wurden die Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit und Faktoren wie gesunder Lebensstil, Bewegung, Entspannung und Schlaf in einem Programm vereint und die Wirksamkeit wissenschaftlich untersucht. "Das macht den bundesweit einmaligen Charakter dieses Programms aus", erklärte Prof. Dr. Peter Dominiak, Präsident der Universität zu Lübeck. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass das Programm auch in so wichtigen Bereichen wie Klassenklima und Gewaltprävention zu wissenschaftlich nachweisbaren positiven Wirkungen für die Kinder führte.

Für Renate Menken, Vorsitzende der Possehl-Stiftung in Lübeck, ist das Kosten-Nutzen- Verhältnis von ‚fit und stark’ eindeutig: "Wenn durch den Einsatz des Programms nur ein Kind im Erwachsenenalter nicht chronisch schmerzkrank wird, haben sich die eingesetzten Kosten bereits gelohnt. Wir brauchen solche Programme, die unseren Kindern eine gute Basis für ein gesundes Wachstum und eine gesunde Entwicklung in der Grundschulzeit bieten."

Doch nicht nur "Theorie" war angesagt: Lehrerin Gerte Gemkow zeigte mit Schülerinnen und Schülern der 3. KLassen, wie man musikalisch und spielerisch für Wohlbefinden für sich und auch die anderen beitragen kann.

Hier ein Lübeck-TeaTime - Bilderbogen dazu:






























Das Programm ‚fit und stark plus’ ist nach Auffassung aller Programmbeteiligten mit geringem Aufwand in jeden Grundschulunterricht integrierbar und hat auf die Kinder günstige Wirkungen in vielen Präventionsbereichen. Das Programm kostet 300 Euro pro Klasse und Schuljahr. Mehr Infos dazu gibt es im Internet unter www.fitundstarkplus.de oder bei Projektkoordinatorin Susanne Samelin unter Telefon 0451/69333630.


Quelle:
Veranstalter/Red.






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