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Agentur für Arbeit Lübeck

Soziales Familie&Co Gesundheit

Gleichstellung sieht anders aus

10. Februar 2011 (Nürnberg/HL-Red-RB) Weiteres Thema im Rahmen "Gemeinsame elterliche Sorge für nichteheliche Kinder und deren Väter": Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) kritisiert die jüngsten Vorschläge von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zur Gleichstellung der Rechte von verheirateten und ledigen Vätern. „Welch vertracktes Konstrukt: Wenn Mami schweigt, wird er nach acht Wochen Papi! Nach der Geburt ist er wie bisher zuerst Außen vor, nur wenn er einen Antrag stellt, kann er Papi werden. Widerspricht Mami innerhalb von acht Wochen, dann muss wie bisher das Familiengericht entscheiden. Wenn Mami nach acht Wochen dem Antrag nicht widerspricht oder gar den Termin vergisst, wird aus dem biologischen Vater ein Rundum-Papa, der nicht mehr rechtlos gegenüber dem eigenen Kind ist. Gleichstellung sieht anders aus.“, kritisiert der ISUV-Bundesvorsitzende Josef Linsler. ISUV möchte eine Regelung mit familienpolitischer Signalwirkung: gemeinsame elterliche Sorge ab Feststehen der Vaterschaft – auch gegen den Willen der Mutter.

ISUV-Pressesprecherin und Fachanwältin für Familienrecht Caroline Kistler warnt: „Das von der Bundesregierung geplante Gesetz wird unweigerlich eine Vielzahl von Gerichtsverfahren hervorrufen, in denen Väter wieder um das gemeinsame Sorgerecht kämpfen müssen. Offensichtlich sollte in den Gesetzentwurf noch eine Abstufung rein als Referenz an konservative Familienpolitiker: Ehelich geborene Kinder als legitime Kinder bekommen automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Kinder, die außerhalb einer Ehe geboren werden, sind weniger legitim, daher auch nicht automatisch gemeinsame elterliche Sorge, sondern erst auf besonderen Antrag.“

Der ISUV lehnt „ideologische Grabenkämpfe“ ab, die offensichtlich mit diesem Gesetz verbunden werden. „Der Ehering darf für die Rechtsstellung eines Kindes und seines Vaters keine Rolle spielen. Gesellschaftspolitisch ist unsere Sozialstaat dringend auf Kinder angewiesen, also ideologische juristische Barrieren weg!“, fordert Linsler.

Der in Verfassungsklagen im Zusammenhang mit elterlicher Sorge und Umgang erfahrene Rechtsanwalt Georg Rixe unterstützt die ISUV-Forderungen: „Auch Kinder, die außerhalb einer Ehe geboren werden, haben ein unveräußerliches Menschenrecht auf Fürsorge durch beide Eltern. Da kein Kind schlechter behandelt werden darf, nur weil seine Eltern nicht verheiratet sind, ist eine vollständige Gleichstellung bei der elterlichen Sorge geboten. Die gemeinsame elterliche Sorge fördert nachweislich das Kindeswohl am besten.“

http://www.isuv.de

Quelle sowie Info/Kontakt:
ISUV-Bundesvorsitzender Josef Linsler, Ulrichstr. 10, 97074 Würzburg,
Tel.: 0931/66 38 07, Mobil 0170/45 89 571 – j.linsler@isuv.de


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