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UKS-H setzt auf „Primäre Verantwortung in der Pflege“

21. November 2010 (HL-Red-RB) Universitätsklinikum Schleswig-Holstein setzt auf „Primäre Verantwortung“ für Patienten - Pflegekräfte als gleichwertige Partner in einem multiprofessionellen Behandlungsteam: Im Spannungsfeld zwischen Medizin und Ökonomie geht die Pflege am UK S-H neue Wege und stellt die persönliche Beziehung zwischen Patient und Pflegekraft in den Vordergrund. Das Konzept der „Primären Verantwortung in der Pflege“ sieht vor, dass eine examinierte Pflegende die gesamte Betreuung für ihre Patienten auf ihrer Station übernimmt - von der Aufnahme bis zur Entlassung. „Vorteil für unsere Patienten ist, dass sie eine feste Ansprechpartnerin oder einen festen Ansprechpartner auf der Station haben, die nicht nur über das Krankheitsbild, sondern auch die Persönlichkeit informiert ist“, sagt Christa Meyer, Vorstand für Krankenpflege und Patientenservice am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H). „Unsere Pflegekräfte müssen mit der Übernahme von Verantwortung auch Entscheidungen treffen und gewinnen so Gestaltungsmöglichkeiten“. Erste Erfahrungen am UK S-H zeigen, dass sich die Berufszufriedenheit deutlich erhöht.

Mit der „Primären Verantwortung in der Pflege“ (nach Marie Manthey)
antwortet dass UK S-H auf die Herausforderungen des demografischen
Wandels. Dem Anstieg der Anzahl älterer und damit multimorbiderer
Patienten muss eine sinnvolle und menschliche Lösung folgen, damit die
stationäre Versorgung die Zunahme an Komplexität in der individuellen
Betreuung auffangen kann. Kern ist der Aufbau einer professionellen
persönlichen Beziehung der Pflegekraft zu ihren Patienten.

Durch die Übernahme der Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess
des Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung werden die Tätigkeiten
am Patienten nicht mehr fragmentiert, sondern der Patient und seine
Angehörigen in den Pflegeprozess einbezogen. Die Umsetzung am UK S-H
begann auf „Starterstationen“ in jeder der 50 Kliniken in Kiel und
Lübeck. Initiiert wurde die Umsetzung durch den Vorstand für
Krankenpflege und Patientenservice, Christa Meyer, und begleitet durch
Regina Sälzer als verantwortliche Projektleiterin.

Wer plant, führt auch aus
Die primär verantwortliche Pflegekraft ist für den pflegerischen
Gesamtprozess von der Planung über den Prozess bis zur Dokumentation
verantwortlich. Die Übertragung der persönlichen Verantwortung für das
Treffen von Entscheidungen erfolgt auf eine Pflegekraft (Primäre
Pflegekraft). Die Zuweisung der Patienten orientiert sich dabei täglich
an der Fallmethode (patientenorientiert nicht tätigkeitsorientiert).
Faktoren sind also die Anzahl der Patienten, die Komplexität der
Versorgungsbedarfe und Kompetenz der Pflegekräfte. Die primäre
Pflegekraft steuert die direkte Kommunikation mit Patienten, Angehörigen
und allen am Pflege- und Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen.
Die primäre Pflegekraft übernimmt dabei auch die Verantwortung für die
Qualität der am Patienten erbrachten Pflege für die gesamte
Aufenthaltsdauer auf der Station. Unterstützt wird die primäre
Pflegekraft durch Pflegekräfte, die im Planungsrahmen stellvertretend
betreuen.

Attraktive Argumente: Perspektive, Spielräume, Transparenz und
Qualifikation
Schon heute steht fest, dass das System der primären Verantwortung die
pflegerische Kompetenz stärkt. Es erfolgt eine Ausrichtung an der
prozessorientierten, interaktiven Patienten- und Angehörigenbeziehung.
Die Patienten profitieren durch die Verlässlichkeit und verstärkte
persönliche Präsenz der Pflegekraft, haben eine feste Ansprech- und
Bezugsperson. Diese Pflegeorganisation ermöglicht so ein noch
schnelleres Erkennen von Ressourcen, Risiken und Komplikationen und
ermöglicht ein zielorientiertes Handeln und optimale Kommunikation im
therapeutischen Team durch bessere Kenntnis des Patienten. Die
Zufriedenheit sowohl von Patienten als auch von Mitarbeitern steigt.


Quelle:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

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