Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Soziales Familie&Co Gesundheit

Endlich Gleichstellung ehelicher und nichtehelicher Kinder?

03. August 2010 (Nürnbeerg/HL-Red-RB) Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) begrüßt die Initiative der Koalition hoffentlich eheliche und nichteheliche Kinder kraft Gesetzes gleichzustellen. Praktisch kann dies nur heißen, auch nichteheliche Kinder haben ab Feststehen der Vaterschaft ein gemeinsames Sorgerecht. Damit hätte die Bundesrepublik endlich in Sachen elterliche Sorge und Umgang einen Rechtsstandard, wie er in den anderen europäischen Staaten schon seit vielen Jahren üblich ist.

Entscheidend ist, was passiert, wenn die
Mutter dagegen Widerspruch einlegt: Kann sie mit einem einfachen Widerspruch
die gemeinsame elterliche Sorge aushebeln? Welche Konfliktlösungen
sind im Gesetz vorgesehen? Die Rechtsexpertin der CDU Ute Granold hat zutreffend
schon darauf hingewiesen, dass es auf ein genau geregeltes Verfahren
und viel mehr noch auf klare Fristen ankommt, wenn die Mutter gegen die gemeinsame
elterliche Sorge Widerspruch einlegt.
Der in Verfassungsklagen im Zusammenhang mit elterlicher Sorge und Umgang erfahrene
Rechtsanwalt Georg Rixe stellt fest: „Auch Kinder, die außerhalb einer Ehe
geboren werden, haben ein Grundrecht und Menschenrecht auf Fürsorge durch beide
Eltern. Da kein Kind schlechter behandelt werden darf, nur weil seine Eltern nicht
verheiratet sind, ist nunmehr eine vollständige Gleichstellung auch bei der elterlichen
Sorge geboten. Die gemeinsame elterliche Sorge entspricht dem Wohl aller Kinder
am besten.“
ISUV-Bundesvorsitzender Josef Linsler weist darauf hin: „Bewährungszeiten für Väter
lehnen wir ab. Das Zusammenleben der Eltern kann auch keine Vorbedingung für
die gemeinsame elterliche Sorge sein. Es geht uns um gemeinsame Elternverantwortung
auch nach einer Trennung. Der rechtlose Status des nichtehelichen Vaters gegenüber
dem eigenen Kind muss vollständig abgebaut werden.“
Der Verband warnt auch vor „ideologischen Grabenkämpfen“, die mit diesem Gesetz
verbunden werden können. Es gehe nicht um die Gleichstellung von ehelicher und
nichtehelicher Lebensgemeinschaft, sondern um die Gleichstellung von ehelichen
und nichtehelichen Kindern. „Der Ehering darf für die Rechtsstellung eines Kindes
keine Rolle spielen.“, stellt Linsler fest.


http://www.isuv.de/tiki-read_article.php?articleId=454

Impressum