Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Natur Umwelt Klima Energie

Winterschäden legen enorme Zusatzkosten für Straßenbau offen

03. März 2010 (Berlin/HL-Red.). Ist wirklich nur "dieser" Winter an der Schlagloch-Misere schuld? Oder rächt sich nun langsam die kostensparende Technik im Straßenbau, obere Schichten nur abzufräsen und neu, allerdings dünner also gewohnt, zu teeren. Kein Wunder also, wenn tiefergehende Schäden dann hochbrechen bzw. -drücken. Wie auch immer: Lesen Sie diese NABU-Forderung im Zusammenhang mit Straßenneubauten:

"Angesichts der immensen Winterschäden auf Deutschlands Straßen
hat der NABU erneut einen Verzicht auf weitere Straßenneubauten
gefordert. Die lange Frostperiode habe wieder einmal die enormen
Zusatzkosten allein für die Unterhaltung von Verkehrswegen offen gelegt.
Nach Schätzungen des NABU hat sich über die Jahre allein bei kommunalen
Straßen ein Investitionsrückstau bei der Sanierung von über 150
Milliarden Euro aufgetürmt, der sich durch die neuesten Frostschäden
nochmals zugespitzt hat.


„Die Straßeninfrastruktur ist bis heute derart gewachsen, dass bereits
ihr Unterhalt nicht mehr finanziert werden kann. Jede Straße kostet den
Bürger auch nach Fertigstellung viel Geld. Das wird meist bei der
Ankündigung von Neubauprojekten gern unter den Tisch gekehrt.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer muss daher weitere
Infrastrukturprojekte sofort auf Eis legen“, sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Ramsauer hatte trotz der
angespannten Haushaltslage und dem dichten Straßennetz in Deutschland
kürzlich erneut Investitionen in eine neue Verkehrsinfrastruktur von
mindestens zehn Milliarden Euro jährlich gefordert.

„Die riesigen Instandhaltungskosten offenbaren den ganzen Wahnsinn
deutscher Straßenbauorgien. Wer Straßen baut, vergisst oft, dass er sich
auch um anfallende Reparaturen kümmern muss. Mit jedem Schlagloch, durch
das Autos im Sekundentakt rappeln, steigt auch die Lärmbelastung.
Asphaltschäden sorgen für einen verstärkten Reifenabrieb und verstärken
somit die ohnehin schon hohen Feinstaubwerte“, so NABU-Verkehrsexperte
Dietmar Oeliger.

Mit über 600.000 Kilometern habe Deutschland bereits eines der
dichtesten Straßennetze der Welt. Doch auch der Zustand der
Fernstraßenbrücken sei beunruhigend schlecht, wie aus den jüngsten
Straßenbauberichten hervorgehe. „Von den 37.000 Brücken in Deutschland
sind 45 Prozent in einem derart maroden Zustand, dass sie kurzfristig
saniert werden müssen. Mit weiteren Großprojekten, die keiner bezahlen
kann und die keiner braucht, muss endlich Schluss sein. Ganz vorn auf
die Streichliste gehören die Fehmarnbelt-Querung sowie der Ausbau der
Autobahnen A1, A4 und A 39“, so Oeliger.


www.NABU.de
Quelle: NABU Schleswig-Holstein

Autor: Reinhard Bartsch

Impressum