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Pharmazie: Nachhaltige Ansätze benötigen noch Vitaminschub

25. Februar 2010 (Osnabrück/HL-Red.). Internationale Fachtagung in DBU griff Zukunftsthema auf – Fortschritte bei Produktionsverfahren: Für eine hohe Lebensqualität des Menschen sind sie ein Segen. Aber etwa Geier oder Fische können sie gefährden: Arzneimittel und ihre zumindest in Spuren in der Umwelt nachweisbaren Rückstände. Die Geier-Population in Indien und Pakistan schwindet durch Wirkstoffe eines Schmerzmittels, mit dem Rinder behandelt werden. Bei Fischen konnte eine „Verweiblichung“ nachgewiesen werden durch Wirkstoffe aus hormonellen Verhütungsmitteln, die die Wasseraufbereitung passieren.

Welche Innovationen zeichnen sich in der Pharmazie
– etwa in der Entwicklung umweltfreundlicher Wirkstoffe – ab? „Bei neuen
umweltfreundlichen Produktionsverfahren zur Vermeidung von Emissionen sind
schon gute Fortschritte erreicht worden. Bei den Produkten selbst und deren
Gebrauch sind bisher aber nur wenige nachhaltige und umweltfreundliche Ansätze
zu erkennen“, weiß Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Rund 50 internationale Fachleute aus der Chemie, der Pharmazie und dem
Gesundheitswesen waren der Einladung der DBU zu der englischsprachigen Fachtagung
“2nd International Conference on Sustainable Pharmacy. Incentives and Perspectives“
gefolgt. Zu der Veranstaltung hatte die weltweit größte Umweltstiftung – bereits zum
zweiten Mal nach 2008 – zusammen mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung,
Frankfurt am Main, dem Universitätsklinikum Freiburg und viamedica – Stiftung für eine
gesunde Medizin, Freiburg, eingeladen. „Eine nachhaltige Pharmazie betrachtet nicht nur
die medizinische Wirkung, sondern auch den gesamten Lebenszyklus eines Arzneimittels
und dessen Einfluss auf die Umwelt: vom Rohstoffeinsatz über die Entwicklung und Herstellung
bis hin zur Verschreibung, dem sachgemäßen Gebrauch, der Entsorgung und
dem Verbleib in der Umwelt“, so Brickwedde.
Dr. Maximilian Hempel, Leiter des DBU-Referates Umweltchemie, ergänzt: „Beim
Umgang mit Arzneimitteln ist vor allem das Schaffen eines Problembewusstseins bei
Ärzten, Apothekern und Patienten ein wichtiges zukünftiges Handlungsfeld.“ Langfristig
benötige außerdem die pharmazeutische Industrie geeignete Anreize, um die
Entwicklung und Vermarktung umweltfreundlicher und damit auch sicherer
voranzutreiben. Hempel: „Hier können zum Beispiel verlängerte Patentrechte, aber auch
die gezielte Forschungsförderung von ‚grünen’ Arzneimitteln eine Rolle spielen.“ Hempel
ist zusammen mit Prof. Dr. Klaus Kümmerer, Leiter der Sektion Angewandte
Umweltforschung Universitätsklinikum Freiburg, Herausgeber des Fachbuches “Green
and Sustainable Pharmacy“, das anlässlich der Tagung angekündigt wurde.

www.dbu.de
Quelle: DBU

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