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Natur Umwelt Klima Energie

Wer hat Angst vorm Zukunftshaus? Sanierung leicht gemacht

23. Februar 2010 (Osnabrück/Berlin/Frankfurt/HL-Red.). Es dreht sich nicht immer alles ums Geld: Trotz der umfangreichen Förderprogramme zur energetischen Gebäudesanierung scheuen viele Hausbesitzer, sich mit den Baumaßnahmen auseinanderzusetzen. Soll das Dach zusätzlich gedämmt oder die Heizung erneuert werden – das Thema erscheint komplex.

Etwa
die Hälfte von 1.008 Ein- und Zweifamilienhausbesitzern gaben jetzt in
einer Studie des Forschungsprogramms „Enef-Haus“ an, dass ihnen bisher
die Zeit gefehlt habe, sich intensiv mit energetischen Sanierungen zu
beschäftigen. Über ein Drittel empfinde die Maßnahmenplanung als zu
schwierig. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) kann helfen: Im
Rahmen ihrer bundesweiten Kampagne „Haus sanieren - profitieren“
erhalten Hausbesitzer einen kostenlosen Energie-Check durch geschulte
Handwerker. „Wir möchten die Hemmschwelle für Eigentümer senken und
einen Weg durch den Sanierungsdschungel aufzeigen“, betont
DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde.

Von den rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland
sind etwa zwölf Millionen vor 1984 gebaut worden und zu großen Teilen
sanierungsbedürftig. „Es ist höchste Zeit, dass wir verstärkt Gebäude im
Bestand fit für die Zukunft machen“, erläutert Brickwedde. Schon heute
verbrauche eine Durchschnittsfamilie rund 80 Prozent ihrer Energie im
Haushalt fürs Heizen. Die Kosten dafür würden stetig steigen.
„Privathäuser verbrauchen sogar etwa genau so viel Energie wie die
Industrie und der Verkehr hierzulande“, sagt Brickwedde. „Ältere
Häuser könnten nach der Sanierung bis zu 90 Prozent weniger Energie
verbrauchen“, so Brickwedde. Das würde nicht nur der Umwelt, sondern
auch dem Geldbeutel der Eigentümer zugutekommen.

„Um den Wert der Immobilie langfristig zu steigern und sie so
enkeltauglich zu machen, lohnt sich der Aufwand“, meint Brickwedde.
Doch die „Enef-Haus“-Studie zeigt: Viele Hausbesitzer verkennen die
Chancen: 60 Prozent der im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung befragten Eigentümer seien der Ansicht, dass ihre
Immobilien in einem guten Zustand sind. „Es mangelt an
Problembewusstsein“, bestärkt Brickwedde. Deshalb habe die DBU schon
2007 mit ihrem Beratungsprogramm „Haus sanieren – profitieren“
angefangen, eine direkte Ansprache von Hausbesitzern in ganz Deutschland
zu etablieren.

Über 9.900 Handwerker sind inzwischen geschult und können ihren Kunden
den kostenlosen Energie-Check etwa nach Routinearbeiten am Gebäude
anbieten. Vielleicht ist ein Dachziegel vom Haus gefallen oder der
Schornsteinfeger sieht, dass es sich um eine ältere Immobilie handelt.
Es gibt viele Gründe, warum ein Handwerker zu Kunden fährt. „Unsere
Partner können einen Gutschein für ein unverbindliches Gespräch
überreichen“, so Brickwedde. Mithilfe des Energie-Check-Bogens
erhalten Eigentümer einen groben Überblick über den energetischen
Zustand ihres Hauses. In einem Farbschema von rot bis grün werden die
einzelnen Gebäudeteile bewertet. Damit aber nicht genug: Wie es
schrittweise weitergehen könnte – das können Hausbesitzer im Anschluss
in einer DBU-Broschüre nachlesen. „Der Energie-Check ersetzt keine
ausführliche Beratung. Wir empfehlen im Anschluss ein detailliertes
Gutachten von einem unabhängigen Experten, das vom Staat mit bis zu 300
Euro bezuschusst wird“, betont Brickwedde. Wer Interesse an einem
Energie-Check hat, findet geschulte Handwerker in der Nähe unter
www.sanieren-profitieren.de.

Die Studie „Handlungsmotive, -hemmnisse und Zielgruppen für eine
energetische Gebäudesanierung“ steht zum Download bereit unter
www.enef-haus.de. In dem „Enef-Haus“-Projekt untersucht das
Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) gemeinsam mit dem
Institut für ökologische Wirtschaftsförderung (IÖW) und der Hochschule
Lausitz, wie Eigenheimbesitzer zu mehr Energiesparen durch
Gebäudesanierung aktiviert werden können.


www.dbu.de.
Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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