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Sturmtaucher können nicht länger auf Schutzmaßnahmen warten

04. Januar 2010 (HL-Red.) Aus der "Warteschleife", aber nach wie vor interessant: Anlässlich Tagung der Fischereiminister in Brüssel hat der NABU die Bundesregierung aufgefordert, Seevögel effektiver zu schützen. Lediglich Großbritannien habe sich bislang aktiv für den Vorschlag der Europäischen Kommission eingesetzt, einen gemeinsamen Aktionsplan und koordinierte Schutzmaßnahmen für Seevögel zu entwickeln. „Gleiches erwarten wir jetzt von der Bundesregierung“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. „Bundesministerin Aigner darf nicht weiter passiv bleiben. Vielmehr sollte Deutschland seiner Führungsrolle im europäischen Meeresschutz gerecht werden und aktiv an einem EU-Aktionsplan mitwirken.“

Zwar hatten sich die europäischen Staaten im Oktober geeinigt, die
negativen Auswirkungen der Fischerei weiter zu untersuchen - ein klares
Bekenntnis zum sofortigen Handeln blieb jedoch aus. „Die
Fischereiminister setzen auf freiwillige Aktivitäten der Fischer und
zögern politische Entscheidungen hinaus“, sagte NABU-Meeresexperte
Kim Detloff. Würde die Europäische Kommission ihrem aktuellen Zeitplan
folgen, dann wäre vor 2012 nicht mit effektiven Schutzmaßnahmen zu
rechnen. Dem NABU und seinem Dachverband BirdLife International dauert
dies zu lange. Für einzelne Vogelarten wie den Balearen-Sturmtaucher
oder den Mittelmeer-Sturmtaucher könnten Rettungsmaßnahmen in zwei
Jahren bereits zu spät kommen. „Wieder einmal laufen wir Gefahr,
notwendige Entscheidungen so lange aufzuschieben, bis es zur Rettung
bedrohter Arten zu spät ist. Die Uhr zum Stopp des Artensterbens
tickt“, so Detloff weiter. Die Europäischen Staats- und
Regierungschefs hatten sich darauf geeinigt, das Artensterben bis zum
31. Dezember 2010 zu stoppen.

Jahr für Jahr sterben mehr als 200.000 Seevögel als Beifang in den
Netzen europäischer Fischer. Der Balearen-Sturmtaucher ist laut der
Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht. Der
weltweite Bestand wird auf maximal 10.000 Tiere geschätzt. Noch lebt der
Balearen-Sturmtaucher im Mittelmeer und im angrenzenden Ostatlantik
inklusive der Britischen Inseln. Wie lange noch, hängt auch vom
Handlungswillen der Bundesministerin Aigner ab.


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Quelle: NABU Schleswig-Holstein

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