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Fischereiminister: Dorschbestände in der Ostsee im Aufwind

12. Juni 2009 (Kiel/HL-red.) Fischereiminister Dr. Christian von Boetticher ist angesichts der Erholung der Dorschbestände in der Ostsee zufrieden. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hatte diese Woche bestätigt, dass sich die Dorschbestände deutlich erholen, vor allem der traditionell größere Bestand der östlichen Ostsee zeige einen steilen Anstieg. "Der langjährige Managementplan für den Dorsch, endlich bessere Kontrollen in der östlichen Ostsee und letztlich auch freiwillige Maßnahmen der Fischer, die zum Teil deutlich größere als die erlaubten Maschenweiten einsetzen, haben dazu beigetragen", so von Boettiche. Hauptgrund für die positive Bestandsentwicklung seien aber zwei sehr starke Nachwuchsjahrgänge in den Jahren 2005 und 2006. "So starke Jahrgänge waren zuletzt vor 20 Jahren beobachtet worden", erläuterte er. Auch der kleinere Bestand der westlichen Ostsee erhole sich, der vor allem für die Kleine Küstenfischerei Schleswig-Holsteins sehr wichtig ist, allerdings langsamer als der östliche Bestand. Gemäß dem langjährigen Dorsch-Managementplan können die Fangquoten für die östliche Ostsee um 15 Prozent erhöht werden, in der westlichen Ostsee ist eine Anhebung der Fangquote um neun Prozent möglich.
Die Ostseefischer in Schleswig-Holstein könnten angesichts dieser Entwicklung bei ihrem "Brotfisch", dem Dorsch, eigentlich beruhigt in die Zukunft schauen. "Leider ist das Gegenteil der Fall, da die Preise gegenüber dem Vorjahr um etwa 30 bis 40 Prozent zurückgegangen sind. Die Fischer haben teilweise deutlich weniger als einen Euro je Kilogramm Frischware bekommen, das ist zu wenig für die Sicherung der Existenz unserer Familienbetriebe", so Christian von Boetticher weiter. Grund dafür sei ein Überangebot von Dorsch und Kabeljau auf dem Markt, denn nicht nur in der Ostsee erholten sich die Bestände. Neben einer in der Finanzkrise gewissen Kaufzurückhaltung der Verbraucher, die von dem Rückgang der Erzeugerpreise an der Fischtheke nicht profitieren, spielten auch Billigimporte von Pangasius- und Tilapia-Filet aus Südostasien eine Rolle. Auch die Fischführer von Naturschutzorganisationen, die vom Kauf von Dorsch aus der Ostsee abraten, seien wenig hilfreich. "Wie falsch diese Empfehlung ist, zeigen eindrucksvoll die jüngsten Zahlen des ICES", betonte der Fischereiminister. Er rief Verbraucher und Handel daher dazu auf, "wieder vermehrt Fisch aus unserer regionalen und vor allem nachhaltigen Kutter- und Küstenfischerei zu kaufen".




Foto (RB): Bald wieder volle Kisten mit Dorsch beachtlicher Größe? Kürzlich hieß es allerdings noch von der EU her, selbst die Kutter-Angler müssten wegen der Gefährdung dieser Fischart Fangmeldungen abgeben...


Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume


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