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Agentur für Arbeit Lübeck

Natur Umwelt Klima Energie

NABU legt Forderungskatalog zum Grünlandschutz vor

09. Juni 2009 (Berlin/HL-red.) Angesichts des alarmierenden Verlusts von Wiesen und Weiden hat der NABU eine Diskussion um den gesellschaftlichen Wert und die Zukunft von Grünland angestoßen. „Der Umbruch von Grünland und die Intensivierung der Nutzung auf den verbleibenden Flächen haben gravierende Auswirkungen auf unsere Kulturlandschaft sowie auf die Artenvielfalt“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke auf einem „Grünlandgipfel“ des NABU.

Statt bunte Wiesen sehe man heute
immer häufiger monotone Maisäcker oder artenarmes Silagegras. In der
Folge stünden heute fast alle typischen Wiesenvogelarten wie Kiebitz,
Uferschnepfe und Braunkehlchen auf der Roten Liste der bedrohten
Tierarten.



Besonders problematisch sei zudem, dass auch artenreiche Wiesen in
Schutzgebieten sowie auf Moorböden betroffen seien. Da durch den Umbruch
ein erheblicher Teil des im Boden gespeicherten Kohlenstoffs freigesetzt
werde, sei die Umwandlung von Moorböden aus Sicht des Klimaschutzes
äußerst negativ. Bundesländer wie Schleswig-Holstein,
Mecklenburg-Vorpommern oder Rheinland-Pfalz vermeldeten innerhalb der
letzten zwölf Monate erhebliche Grünlandverluste von deutlich über fünf
Prozent.

Auf dem Grünlandgipfel appellierte der NABU an die Politik in Bund und
Ländern, endlich gegen den fortschreitenden Grünlandumbruch vorzugehen
und konkrete Schritte zu ergreifen. So müsste für artenreiche und
feuchte Wiesen umgehend ein absolutes Umbruchverbot verordnet werden.
Für alle weiteren Flächen sollte eine allgemeine Genehmigungspflicht
für den Grünlandumbruch erlassen werden. Zudem forderte der NABU
gezieltere Förderprogramme wie Weideprämien, regionalisierte
Agrarumweltmaßnahmen oder Initiativen zur Moorrenaturierung.

Auch der schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister
Christian von Boetticher betonte die Notwendigkeit eines besseren
Grünlandschutzes. „Vielfältiges Grünland ist der sichtbare Ausdruck
von Multifunktionalität im Sinne eines Miteinanders von Landwirtschaft,
Naturschutz, Klima- und Wasserschutz. Daher setze ich mich dafür ein,
dass der Verlust an Wiesen und Weiden eingedämmt wird und die
naturverträgliche Bewirtschaftung von Grünland bessere Perspektiven
erhält“, so von Boetticher auf dem NABU-Grünlandgipfel.

www.NABU-SH.de

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