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NABU kritisiert mangelnde Bodenhaftung der Windkraftlobby

11. Mai 2009 (Neumünster/HL-red.) Die gegenwärtig vor allem bei Windmüllern, aber auch weiten Teilen der kommunalen Selbstverwaltung in Ostholstein grasierende Goldgräberstimmung stößt beim NABU Schleswig-Holstein auf keine Begeisterung. NABU-Landesvorsitzender Herrmann Schultz fordert statt dessen dazu auf, Bodenhaftung zu wahren und landesweit die übergeordneten landesplanerischen Festsetzungen für die Windkraftnutzung zu respektieren, statt weiterhin ausschließlich wirtschaftlichen Erwägungen folgende Wunschlisten zu formulieren.

"Es kann nicht angehen, dass von der Windenergie-Lobby und einigen Kommunen übergeordnete Aspekte des Vogel- und Fledermausschutzes kurzerhand vom Tisch gefegt werden." Der NABU-Landesvorsitzende verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorgaben des Landes zur Berücksichtigung tierökologischer Belange bei der Windkraftnutzung, die den naturschutzfachlichen und artenschutzrechtlichen Rahmen für die Windenergienutzung im Lande festlegen: "Die dort festgesetzten Abstandsregelungen zum Schutz von Großvögeln wie Seeadlern, Rotmilanen und Störchen räumen Planern und Kommunen keinerlei Ermessen ein und sind verbindlich einzuhalten!" Insgesamt ist damit vor allem für weite Teile Ostholsteins keine weitere Ausweisung von Eignungsflächen mehr möglich - etwaige Planungen mit ihren Kosten sind in den Wind geschrieben.

"Das Maß des Erträglichen ist insbesondere auf Fehmarn sowie im weiteren Verlauf der Vogelfluglinie erreicht. Abgesehen davon stehen andernorts - auch in Ostholstein - noch genügend konfliktarme und Wind höffige Flächen zur Verfügung, so dass spätestens die Landesplanungsbehörde vielen Luftschloss-Planungen a la Vestas und Enercon auf Fehmarn und an der Ostseeküste den Boden entziehen muss", so der NABU-Landesvorsitzende.

In diesem Zusammenhang kritisiert der NABU die Darstellungen der GRÜNEN Ostholsteins, Windkraftanlagen würden zwischenzeitlich von Touristen als 'typische Bestandteile der ostholsteinischen Kulturlandschaft' wahrgenommen. "Wer einmal überdimensionierte Windparks in Südspanien gesehen hat, wird sicher schnell nachvollziehen können, dass zahlreiche Windmühlen auch in Ostholstein zu Konflikten mit dem Landschaftsschutz führen und alles andere als eine Augenweide sind," so Schultz.

Der NABU erneuert seinen Appell, Konzepte für die weitere Windkraftnutzung mit Augenmaß entsprechend den Zielen der übergeordneten Fachplanungen zu entwickeln.

Quelle: NABU Schleswig-Holstein

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