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Frühlingsanfang - aber Osterglocken "läuten" noch lange nicht...

20. März 2018 (HL-Red-RB) Frühlingsanfang heute? Optisch, vom Sonnenschein her, ja. Leider eine Täuschung, wie uns die "gefühlten" Temperaturen vor allem, erleben lassen. Denn Sturm und Frost haben uns alles andere beschert als aufkommende Frühlingsstimmung. Der Wind hat sich gelegt, doch von wirklichen Wärmegraden können wir hier im Norden nur träumen. Und damit rechnen können wird auch noch nicht einmal - im Gegenteil! Blicken wir nur Richtung Ostern: Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend nächster Woche sind sogar wieder leichte Schneefälle zu erwarten und Temperaturen im Frostbereich. Wo der Frühling in „Haft“ liegt und warum - keine Ahnung. Dabei grünen inmitten der Schneeglöckchen längst die Spitzen der Frühlingsblüher. Was uns nun besonders verbindet ist - Geduld haben zu müssen. Und Ostern läuten zwar die Glocken - aber leider nicht die "floralen"...



Was uns also bleibt, ist ein kultureller Blick auf den Frühling. Etwa, wozu dieser Poeten inspiriert hat. Das jedenfalls hat Lübecks "Haus- und Hof-Dichter" Emanuel Geibel (1815-1884) dazu geschrieben. Dabei hat er wahrscheinlich die "Hoffnung" vorangestellt, weil der Frühling damals wahrscheinlich ebenfalls gelegentlich hat auf sich warten lassen.



Geibel-Denkmal in Lübeck am Koberg


Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß d o c h Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß d o c h Frühling werden.


...ein weniger "schwärmerischer" sogar die Gedanken des Dichters Ludwig Uhland

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun armes Herz, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun armes Herz, vergiß der Qual!"


Eduard Mörike hatte um 1828 diese "Erkenntnis":

Er ist's
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.



Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
— Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab' ich vernommen!

Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Einen bald wunderschönen Frühling wünscht Ihnen
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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