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Agentur für Arbeit Lübeck

Natur Umwelt Klima Energie

Verlust an Vogelbrutpaaren - nur in aufgeräumten Feld und Flur?

23. Oktober 2017 (HL-Red-RB) Meinung: Der vom NABU eben vorgestellte Bericht über den zu beklagenden Verlust von 12,7 Millionen Vogelbrutpaare in Deutschland sieht der Grund am Beispiel der „Allerweltsvögel“, also nicht speziell geschützter Arten wie „Amsel, Drossel, Fink und Star“, vor allem darin, dass diese in „unserer heutigen aufgeräumten Agrarlandschaft außerhalb von Naturschutzgebieten keine Überlebensmöglichkeiten mehr finden.

Genau das findet jedoch nicht nur dort statt. Lübeck-TeaTime hat einen weiteren in der nicht hinreichenden Beachtung der Schonzeiten beim Hecken-, Gehölz- und Baumschnitt direkt vor der Tür feststellen müssen. Dazu kommen Ausreden wie „Schnittmaßnahmen aus Gründen der Verkehrssicherheit“, bei denen nicht etwa nur kurzfristig betroffene Bereiche der E-Säge zum Opfer fallen. Etwa bei solchen wie kürzlich Straßenzüge - Beispiel Fregattenstraße und Umfeld - während der Schonzeit bei üppigster Vegetation nicht nur be-, sondern auch ausgeschnitten wurden. Damit wurde nicht nur der Lebensraum der Vogelwelt erheblich reduziert, auch der der Insekten. Und letztere dienen diese als Futter für die Aufzucht – je nach Art sogar jeweiligen Vogelarten. NABU – Zitat: „„Ein direkter Zusammenhang mit dem Vogelrückgang ist sehr wahrscheinlich, denn fast alle betroffenen Arten füttern zumindest ihre Jungen mit Insekten“. Darauf angesprochen, dass Bereiche, in denen eine Verkehrsgefährdung entstehen könnte, viel besser schon vor dem Blattaustrieb zu erkennen sind, die Antwort lapidar „Wollen Sie, dass Ihnen Äste auf die Birne (?) fallen“? Völlig inkompetent aus meiner Sicht „Was wir jetzt heraus schneiden gibt Platz, damit mehr Licht und mehr Blattwerk im kommenden Jahr“. Dass nun auch die Insektenwelt nicht nur mit dem Schnitt ggf. auf Müll oder zumindest Kompost landete, leider auch keine Erkenntnis dieser „Fachleute“.

Nicht aber nur Verlust an Insekten, auch erheblich weniger Früchte und Samen, die im Herbst gereift, über den Winter überlebenswichtig nicht nur für die Vögel, sondern auch Tiere wie Eichhörnchen sind.

Ebenso der „Schnitt auf Stock“ in ganzen Abschnitten bedeutet, dass es über Jahre dauert, bis nachgewachsen ist. Wenn überhaupt und nicht Gehölze beschnitten wurden, die dieses nicht vertragen und absterben. Tolle Antwort eines Fachmanns, der Gartenbauarchitekt hätte diese gar nicht erst pflanzen dürfen. Es wäre sinnvoll, "auszudünnen", also teilweise so stehen lassen, andere auf Stock. Dann bleibt die Fläche als Lebensraum für Vögel- und Tierwelt durchgehend erhalten.

Lübeck-TeaTime hat auf diese Sünden mehrfach hingewiesen und ausführlich mit Fotos dokumentiert, wo derartige Sünden passierten. Dies nur im Nahbereich, also Bereich zwischen Fregatten- und Korvettenstraße. Wenn da jedoch schon der Fachbereich der Hansestadt Lübeck oder Fachunternehmen wenig Fachlichkeit gezeigt haben, wird das überall in dieser Stadt so sein. Ein Unternehmen , das sogar im vergangenen Jahr beim Heckenschnitt über den Schonschnitt hinaus in der Schonzeit ein Nest mit vier Vogeleiern frei geschnitten hat und ein Bußgeld zahlen musste: „...na und, die 150 Euro. Hauptsache, wir haben den Auftrag“. Zu Zeiten eben die für als „saure Gurken“ gelten und, wenn auch Verständnis besteht, dass Geld verdient werden muss. Aber Schonzeit ist Schonzeit - dazu per Gesetzt, das für alle gilt. Auch die Hansestadt Lübeck. Und die wurde mir in diesem Jahr von einem „grünen Trupp“ der Hansestadt abgetan mit der Aussage“..ab Johann“, also 23. Juni, dürfen wir schneiden!“ Schonzeit selbst dort unbekannt – oder egal. Der vorgeworfene Gesetzesverstoß wurde sogar schriftlich zugegeben und das Personal sei informiert. Nur wussten einige nächstens vor Ort auf Frage immer noch nichts davon...

Nur steht eines fest: Wenn schon im Kleinen derart liederlich oder sorglos umgegangen wird mit der Natur, muss sich nicht gewundert werden, dass – im Argrarsektor eben ohnehin – der Spruch „Erst sterben die Pflanzen, dann die Tiere und dann der Mensch“ traurige Wahrheit wird. Das wäre noch lange hin? Nun, in der Verantwortung stehen wir jedenfalls längst. Auch im Kleinen...

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