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Der Oktober aus Weinhebers "Kalendarium für Landleut"

01. Oktober 2017 (HL-Red-RB) Heute beginnt der Oktober. Auch zur Begrüßung dieses Monats hier die Verse des Dichters Josef Weinheber (1892 - 1945) aus dessen "Kalendarium für Landleut". Ein wenig düster, so Lübeck-TeaTime, und bemerkt vorweg: Wirklich typisch für zumindest "unseren" Oktober? Vielleicht erleben wir hier an der Ostseeküste diese Tage doch anders. Gut - Wein wird hier eher weniger gelesen oder gepresst. Immerhin gibt es in Schleswig-Holstein durchaus Weinanbaubetriebe, die vor allem Wert auf "Qualität statt Quantität" legen. Fünf sind es, sowie mir bekannt, an der Zahl. Außerdem erinnert die Weinbergstraße in Lübeck an wohl dabei längst vergangene Zeiten...

Aber den "holden Saft" kennen wir durchaus. Und im Kühlregal des Einkaufsmarktes verführt beispielsweise schon seit einiger Zeit Federweißer, „neuer Wein“, der mit der alkoholischen Gärung gerade begonnen hat, jedoch schon - wenn auch anders als nach der Reife - vorzüglich mundet. Noch jedenfalls hocken die Krähen nicht in Gruppen hier, abgesehen von einigen wenigen oder Elstern, die hier heimisch sind. Und ob letztlich das Sterbehaus so typisch für diesen Monat ist, durchaus fraglich. Gerne zumeist sogar als „goldener Oktober“ bezeichnet wird, mag solche Beschreibung vor allem dann trösten, wenn unvermeidbar neblige oder trübe Tage düster sind - aber ebenso vergehen. Oder der Oktober mit herrlichen Farbmotiven in der Natur, die uns zu wunderschönen Spazierggängen heraus locken.

Gerade auf solche Pracht sollten wir uns freuen. Wenngleich leider auch andere Stunden in unserem Leben nicht an uns vorbeigehen. Wohl dem, der dann in Gottvertrauen stehen mag.

Das schreibt nun der Poet:


"Gilb tanzt das Laub am dürren Schaft.



Die Kelter presst den holden Saft
Sankt Gall heimst, was er nicht gebaut,
Simon und Juda schneidt das Kraut.
Die Krähen hocken schwarz und dicht,
Der Knecht das Holz zum Herd hin schicht'.
Der Brunfthirsch röhrt im Graben drin,
Und Regen regnet grau dahin.
Jäh heult der Hund. Im Stubeneck
Die Kinder sitzen stumm vor Schreck.
Jetzt bläst der Wind im Sterbehaus
Dem Ahn die Totenkerze aus."

Lübeck-TeaTime wünscht Gottes Segen und besagte herbstliche Farbenprach!

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