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Heckenschnitt-Schonzeit gilt auch für städt. Anlagen-oder nicht?

04. Juli 2017 (HL-Red-RB) Meinung: Meinung kann etwas sein, was ggf. als solche dazu führen kann, "richtig gestellt" zu werden. Das ist aus meiner Sicht ein gegenseiiges Wechselspiel zwischen der oder dem Verfasser und Betroffenen wie im hier zuvor angekündigten Beitrag. Nun, eine "kleine Geschichte" letztlich vielleicht nur, aber auch ggf. die Missachtung von Rechtsvorschriften, die - in diesem Fall - verursacht von einem städtischen Bereich, der im umgekehrten Sinne an den Roman "Suchkind 312 " erinnert, aber wahrscheinlich kein gutes Ende hat. Da suchte ein Kind über eine Suchanzeige (nach dem Krieg) , um es kurz zu fassen, seine Eltern – und fand diese. Für alle Beteiligten dabei erfreulich oder auch nicht. Aber dieses „Geschichte“ von heute ist kein Roman, sondern Wirklichkeit.

Nun geht es nicht um ein Kind, sondern um Eltern, daher „umgekehrt“, und auch nicht um ein menschliches, sondern – um Vogeleltern. Im Zusammenhang mit heutigem Hecken- und Baumschnitt im Bereich des Stichweges Fregattenstraße – Rückseite Baltic-Schule bzw. von dort zur Korvettenstraße. Heckenschnitt heute? Inmitten der Hoch-Zeit brütender oder versorgender gefiederter Vogelwelt?

Berechtigter Gedanke, den ich auch sogleich heute Morgen hatte: Gilt da nicht noch eine Schonzeit, die einen Heckenschnitt verbietet oder nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen und dabei Auflagen erlaubt? Und genau das ist heute eben passiert. Zudem durch eine Gruppe der Hansestadt Lübeck, die eigentlich „aus erster Hand wissen müsste“ , dass zwar ein gewisser „Schonschnitt“ erlaubt ist, aber – mehr nicht. Schon gar nicht ein Stock-Schnitt. Das sagt die Hansestadt Lübeck sogar selbst auf ihrer Homepage dazu:

„ Der heimischen Tierwelt zuliebe haben u.a. Hecken ab dem 15. März bis zum 30. September eines jeden Jahres Schonzeit.
In dieser Zeit ist es verboten, die Hecke stark zurückzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder auf sonstige Weise zu beseitigen.
Während der siebenmonatigen Schonzeit sind nur behutsame Form- und Pflegeschnitte erlaubt, vorausgesetzt, es brüten keine Vögel in der Hecke.

Das Verbot soll die heimische Tierwelt schützen, denn Hecken dienen als Zufluchtsstätte sowie als Nist- und Brutplätze. Zu den Heckenbewohnern zählen nicht nur Vögel, sondern auch zahlreiche Insektenarten, die eine große Bedeutung in der Nahrungskette und für den Pflanzenschutz haben. Hecken bieten auf kleinstem Raum ein vielseitiges Nahrungsangebot für die Tierwelt, wie beispielweise Blätter, Knospen, Blüten mit Nektar und Pollen oder Früchte. „

Grundlage ist übrigens § 39 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz (BnatSchG), in dem u.a. bundesweit einheitlich festgelegt, dass Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden dürfen. Auch ist es nach § 39 Abs. 1 BNatSchG verboten, „Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören“.

Jederzeit erlaubt sind laut BNatSchG dagegen schonende Form- und Pflegeschnitte - aber vorab „nachsehen“, ob Vögel in der Hecke brüten oder andere Kleintiere sich dort ihren Nahrungsvorrat angelegt haben. Nur wenn das sicher ausgeschlossen ist, darf mit Schnittmaßnahmen begonnen werden.“
innen.
Verstöße gegen die Verbote des § 39 BNatSchG wertet das Gesetz als Ordnungswidrigkeit. Und die kann – egal, ob mit Vorsatz oder nur fahrlässig gehandelt wurde – immerhin mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro geahndet werden!

Warum auch immer die Hansestadt Lübeck sich selbst nicht daran hält - für diese gelten die Bundesvorschriften vor eigener Satzung. Mein Hinweis heute Morgen auf das noch bis September geltende Heckenschnitt-Verbot (u.a.m.) - und vor allem einen Stockschnitt - wurde abgetan, es würde ein Auftrag ihres (städtischen) Bereichs vorliegen. Alles andere würde sie nicht interessieren. Woher die Aussage „...ab „Jehann (24. Juni)“ gelte die Schonzeit nicht mehr und alles könne be- und geschnitten werden, stammt – offensichtlich einer sehr lange zurück liegende Regelung. Oder die Meinung „nach Spargel dürfen nun wieder Hecken geschnitten werden“.
Auch im Öffentlichen Dienst gilt die „Beratungspflicht“ von MitarbeiterInnen, wenn besseres Wissen vorliegt. Auf meinen Hinweis hin, und es handelte sich heute Morgen um langjährige Fachkräfte, hätten diese – mit Sicherheit über vorhandene Handys – bei ihren Vorgesetzten noch einmal nachfragen „können“.
Leider war mein Bemühen um Kontaktaufnahme zum Bereich Naturschutz HL ebenso ergebnislos wie die mit dem Auftrag gebenden Fachbereich zum Schnitt. Merkwürdig auch, dass auf Anrufbeantworter angebotene und auch erbetene Rückrufe bisher unterblieben. Was weg ist – ist eben weg. Und den Spruch von den „Krähen“ erspare ich mir an dieser Stelle.
Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren innerhalb de städtischen Bereiche ist wohl kaum rechtlich möglich. Aber eine Dienstaufsichtsbeschwerde eine Möglichkeit, die von hier ggf. wahrgenommen wird. Das allerdings hängt davon ab, was morgen ein weiterer Versuch zur Klärung ergibt. Jedenfalls unter der Voraussetzung, dass der Stockschnitt zumindest – wenn eben rechtswidrig – kein gutes Vorbild für „NormalbürgerInnen“ und teuer ausgehen für diese.









Suchkind 312 – umgekehrt? Nun hier auf dem Zaun sitzt der „Bodenbrüter“ Rotkehlchen. Bei genauerem Hinsehen – mit einer grünen Made oder Raupe im Schnabel. Wohin aber damit, wenn Nest und Junge plötzlich – dem Heckenschnitt zum Opfer gefallen sind? Wäre es noch da gewesen, hätte das Vögelchen unverzüglich nach „Fang“ mit diesem ein Junges versorgt...

Eines noch: Hinter meinem Rücken nach meinem Hinweis vor Ort über mich herzuziehen und sich „kaputt zu lachen“ - dafür gibt es sogar Zeugen vom nahen Balkon. Aber geschenkt – jede und jeder bewegt sich in solcher Situation in „eigenem Niveau“...

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