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Frühlingsanfang heute - Osterglocken meist noch in Grün

20. März 2017 (MZ/HL-Red-RB) Wer dachte eigentlich vor noch ein paar Tagen, dass bald, also heute, Frühlingsanfang sein wäre? Das graue, ungemütliche Wetter hat eher solche Gedanken noch nicht aufkommen lassen. Es sei mit Gedanken darauf, dass mit Winter-Ade die Natur gemeinsam mit uns "aufatmen" kann und mit warmem Sonnenschein alles grünt und blüht.
Heute also endlich Frühling. Nein, der Blick auf den Kalender nützt nichts – das Wetter auch heute sieht alles andere aus als frühlingshaft. Wo der in „Haft“ liegt und warum leider - keine Ahnung. Es würde wohl auch nicht helfen. Zudem sagt die Prognose weiteres Niesel-Grau, und die Wärmegrade entsprechen ebenfalls trotz zweistelliger Werte nicht dem, möchte sogar sagen „...was wir eigentlich längst verdienen“. Die falsche erste Zahl leider noch. Nur wäre die Zwei wahrscheinlich nicht unbedingt nur angenehm. Ein paar Zwischenwerte an diese heran wären aber schon recht. Klar habe ich auf die Werte der vergangenen Jahre um diese Zeit und damit einen angemessenen Frühlingsbeginn. So wiederhole ich einmal die von 2015, die uns momentan nur träumen lassen können:




„Der Blick unter einige Büsche bestätigt es: Die ersten Veilchen sind zu sehen. Gilt auch für die Narzissen, die an besonders geschützten Stellen sogar schon aufgeblüht sind.“

Damit dient uns der heutige Frühlingsbeginn nicht ganz. Das Blattgrün der Veilchen sprießt, aber kein Blau von Blüten. Gestern noch auch keine Spur vom Gold der Osterglocken, dies nicht einmal an den Spitzen. Nun jedoch eine Überraschung: Versteckt unter einem Busch, nah an einem Zaun – ein paar Blüten in voller Pracht. Leider die Kamera nicht dabei, also rasch geholt, in die Hocke, den Sucher auf „Weitwinkel“ und nun gezeigt:




Osterglocken „hinter Gittern“ so wie der Frühling eigentlich unschuldig: die einen weil zu früh, der andere weil „verspätet“?




Osterglocken noch in Grün – dahinter grüßen ein paar Schneeglöckchen zum Winterabschied


Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Bestimmt heißt es nun „Gäste seitig“ - „..bei uns blühen die schon“. Nun, das wäre sehr erfreulich. Denn schon der Anblick der hübschen Frühlingsboten tut gut. Und wenn nun noch die Wärmegrade steigen, die Sonne scheint – dann haben wir endlich den längst erwarteten Frühling!


Gerne aber ein weiterer und kultureller Blick auf den Frühling. Etwa, wozu dieser Poeten inspiriert hat. Das jedenfalls hat Lübecks "Haus- und Hof-Dichter" Emanuel Geibel (1815-1884) dazu geschrieben. Dabei hat er wahrscheinlich die "Hoffnung" vorangestellt, weil der Sonnenschein vielleicht damals ebenfalls gelegentlich ein seltener Gast war:




Geibel-Denkmal in Lübeck am Koberg

Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß d o c h Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.

Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar
Und schmückt sich mit Rosen und Ähren,
Und läßt die Brünnlein rieseln klar,
Als wären es Freudenzähren.

Drum still! Und wie es frieren mag,
O Herz, gib dich zufrieden;
Es ist ein großer Maientag
Der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
Als sei die Höll' auf Erden,
Nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muß d o c h Frühling werden.


...ein weniger "schwärmerischer" sogar die Gedanken des Dichters Ludwig Uhland

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun armes Herz, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun armes Herz, vergiß der Qual!"


Einen kommend wunderschönen Frühling wünscht Ihnen
Reinhard Bartsch
Herausgeber Lübeck-TeaTime

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