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BSH veröffentlicht neue Studie zum Zustand der Nordsee

08. April 2009 (HL-red.) Erst kontinuierliche Beobachtungen des Meereszustandes über längere Zeiträume ermöglichen es, grundlegende Änderungen zu identifizieren und Wechselwirkungen im Gesamtsystem Nordsee zu verstehen, erklärte BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz heute in Hamburg. Solche Beobachtungen führen die Wissenschaftler des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) durch. Diese legten jetzt die neue Studie „System Nordsee“ vor, die zeigt, wie es im Einzelnen um 'unser wichtigstes Hausmeer' – die Nordsee – bestellt ist.

In Bezug auf den Klimawandel zum Beispiel seien langfristige Beobachtungen Voraussetzung, um Zusammenhänge zur Entwicklung des Klimas abzuleiten, die Kenntnisse über mög-liche Auswirkungen des Klimawandels zu verbessern, und um planvolle Anpassungsstrategien zu entwickeln.

Zu den wichtigsten klimarelevanten Ergebnissen der Lang-zeitanalysen zählen die geringe Sturmhäufigkeit in den letzten Jahren und die Verschiebung der Sturmsaison vom Herbst in den Winter. Auch die langzeitliche Jahresdurchschnittstemperatur der Nordseeoberfläche veränderte sich. Sie stieg von knapp 10°C in den achtziger Jahren in abrupten Sprüngen auf z. Zt. 11° C. Bis Mitte der 1990er Jahre bestand ein enger Zusammenhang zwischen der Jahresmitteltemperatur des Nordseewassers und der Wintertemperatur. Seitdem wirken die Sommertemperaturen prägend. Ursachen und Hintergrün-de sind noch unbekannt.

Die Überwachung der Nordsee auf Schad- und Nährstoffe zeigt in weiten Teilen einen Rückgang bei der Überdüngung des Meeres. Die sichtbarsten Phänomene wie massive Schaumbildung und großflächiger Sauerstoffmangel treten kaum noch auf. Allerdings sind die Nährstoffkonzentrationen insbesondere im Küstenwasser der Deutschen Bucht noch zu hoch. So stagnieren die Phosphatkonzentrationen hier seit den neunziger Jahren auf einem doppelt so hohen Niveau wie die natürlichen Hintergrundwerte. Die Nitratkonzentrationen zeigen sogar noch ein Vierfaches des natürlichen Hinter-grundwertes an.

Erfolgreich waren die Verbote klassischer Pestizide wie zum Beispiel Lindan. Die Konzentrationen befinden sich mittler-weile auf sehr niedrigem Niveau. Die Nordsee wird nur noch durch Altlasten in den Flusseinzugsgebieten oder durch atmosphärischen Transport von Übersee belastet. Besorgniserregend ist dagegen die Zunahme moderner langlebiger Pestizide.

Langfristig positiv bemerkbar gemacht haben sich die Reduktionsmaßnahmen bei den Emissionen von Cadmium, Quecksilber, Blei und Zink. Die Konzentrationen dieser Spurenmetalle im Meerwasser waren bis etwa 1990 stark rückläufig; allerdings stagnieren sie seitdem. Wie lange erhöhte Schadstoffeinträge nachgewiesen werden können, zeigen die Gebiete der Dünnsäureverklappung nahe Helgoland. Trotz Beendigung der Einbringung im Jahr 1989 befinden sich die Konzentrationen von Eisen, Blei, Zink und Arsen im Sediment auf unverändert hohem Niveau.

Die Studie 'System Nordsee' ist im Internet sowohl als Zusammenfassung als auch als Vollversion unter www.bsh.de abrufbar.

Quelle: BSH

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