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„Hairing“ – Gefahr für Badende, Fischer und in der Küche?

01. April 2009 (HL-red.) Gestern noch gab ein Travemünder Fischer seinen „Heringskönig“ zum Besten. Dabei hatte er – zugegeben – geflunkert. Aber nun schlägt es dem Fass den Boden aus. Denn seit kurzem finden sich in vorwiegend beschädigten Heringsnetzen der Nordsee wiederholt Hairinge. Fische, die eigentlich wie Heringe aussehen, aber mit einem messerscharfen Gebiss – ähnlich den Haien – ausgestattet sind. Die Biologen nennen den „Hairing“ bereits lateinisch “clùpea haréngus dentisticus“.



Foto (RB): Der Travemünder Fischer Timo Büttner hat die ersten Hairinge aus Hamburg mitgebracht.

Und nun Hairinge? Damit macht nicht etwa nur die globale Klimaerwärmung auf sich aufmerksam. Denn die veränderten Wassertemperaturen bringen uns offensichtlich Fischarten in den Norden, die es bisher nur im wärmeren Wasser etwa des Mittelmeeres oder im Golfstrom des Atlantiks gab. Die Sardelle etwa. Und jetzt spielt die Natur absolut verrückt: Wie konnte es dazu kommen, dass der Hering offensichtlich unter bestimmten Voraussetzungen mutiert und als neue Art „Hairing“ plötzlich über messerscharfe Zähne verfügt. Eine gefährliche Waffe, die sogar noch beim Vor- und Zubereiten gefährlich sein können für Köchin oder Koch. Ganz zu schweigen von der Gefahr für die Fischer, wenn sie ihre Netze leeren und die neue Fischgattung noch zuschnappen kann.

Aber der besonders delikate Geschmack des Hairings lässt bereits jetzt jede Gefahr vergessen. Auf dem Markt gibt es diese noch nicht. Denn die vereinzelt gefangenen Exemplare landen entweder auf dem Seziertisch der Wissenschaftler – oder gleich in der Küche der Fischerfamilien. Timo Büttner hatte Glück – ein Hamburger Kollege und Freund überließ ihm einige dieser Mutanten.

Aufgefallen war zunächst nur, dass in der Nordsee einige Heringsnetze merkwürdige Löcher aufwiesen, die nur durch Schnitt oder scharfen Biss zustande kommen können. Bis die ersten „Hairinge“, wie die Wissenschaftler zwischenzeitlich diese neue Gattung nennen, aufgefunden wurden. Ein Rätsel für die Fachwelt. Aber die Natur war immer schon für jede Überraschung gut.

Für die Ostssee stellt sich ernsthaft die Frage, wann die ersten Hairinge auch hier auftauchen. Gefahr für die Badenden an Ost- wie Nordsee? Müssen die ersten Schutznetze wie in den Hai-Zonen etwa Australiens aufgestellt werden? Lübeck-TeaTime stellt sich diesen Fragen und wird nach neuen Erkenntnissen unverzüglich weiter berichten.

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