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Förderung für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen

31. März 2009 (HL-red.) Barfuss im Gras: Frühe Förderung für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen: Vivian ist drei Jahre alt und fängt gerade damit an, Laufen zu lernen. Erst vor etwa einem halben Jahr hat das Mädchen begonnen zu krabbeln. „Bei ihr geht eben alles etwas langsamer“, sagt Vivians Vater und schenkt seiner Tochter ein liebevolles Lächeln. Auch das Sprechen macht der Kleinen noch große Probleme. Um so schöner ist es für die Eltern, dass Vivian inzwischen Worte wie „Mama“, „Papa“, „da“ oder „Ball“ kennt.

Beim Lernen braucht Vivian mehr Unterstützung als andere Kinder. Deshalb besucht sie seit
einigen Wochen auch die Gruppe „Sensorische Integration“ des Familien- und Kompetenzzentrums der Vorwerker Diakonie. Unter dem Titel „Die Welt mit allen Sinnen wahrnehmen“ fördert Krankengymnastin Cornelia Schmidt Kinder mit Wahrnehmungsstörungen oder Behinderungen. Keines der Kinder, die hier spielerisch ihre Sinne trainieren, ist altersgerecht entwickelt. Anders als die meisten Kinder konnten sie mit neun Monaten noch nicht krabbeln und mit fünfzehn Monaten nicht alleine laufen.
Auf diffuse Reize reagieren viele der Kinder mit Ablehnung. So mögen sie zum Beispiel nicht barfuss über Gras laufen oder können Sand zwischen den Zehen nicht ertragen. „Die Kinder können diese Reize nicht verarbeiten und vermeiden sie deshalb“, erklärt Cornelia Schmidt.
Solche Wahrnehmungsstörungen werden meistens bei den ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen früh erkannt. Dann bekommen die Kinder Krankengymnastik verschrieben. „Ab drei Jahren können die Kinder dann bei uns mitmachen“, erzählt Cornelia Schmidt. Und weil das Lernen hier spielerisch funktioniert, macht es in der Gruppe natürlich viel mehr Spaß.



Foto ü/VorwDiakonie: Krabbeln ist eine wichtige Grundlage, damit Vivian (3) Laufen lernen kann.

Die Kinder krabbeln durch bunte Tunnel, hüpfen auf dem Trampolin oder rutschen auf einer kleinen Rollenbahn. Dabei wird viel gelacht. Doch was wie vergnügtes Spielen aussieht, ist gut durchdacht. „Wir setzten gezielt Reize ein, um die Entwicklung der Kinder positiv zu beeinflussen“, erklärt Cornelia Schmidt. So soll Vivian zum Beispiel viel Krabbeln und dabei unterschiedliche Erfahrungen machen. Das Krabbeln durch den festen Schaumstofftunnel fühlt sich ganz anders an als das Krabbeln über eine weiche Matte. Bei den Übungen lernt Vivian, ihre Gelenke an den Beinen und Armen zu spüren. „Das ist wichtig, damit sie lernen kann, sich selbstständig aufzurichten“, so Cornelia Schmidt. Und damit kann es Vivian gar nicht schnell genug gehen. Immer wieder sucht sie Dinge, an denen sie sich hochziehen kann.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis Vivian ganz allein laufen kann, aber sie ist auf einem guten Weg. Und vielleicht trainiert sie dann irgendwann auch ihren Gleichgewichtssinn auf dem Trampolin.

Noch sind in der Gruppe Plätze frei. Kontakt: Monika Reinhold, Familien- und Kompetenzzentrum der Vorwerker Diakonie, Tel. 0451 4002 269.

Quelle: Vorwerker Diakonie

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