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Internationale Zusammenarbeit im Meeresumweltschutz

24. März 2009 (HL-red.) Nordseeanrainer gehen gemeinsam gegen "blinde Passagiere" im Ballastwasser vor: Die Verbreitung gebietsfremder Organismen durch das Ballastwasser von Schiffen ist eines der größten Bedrohungen für die Meeresumwelt. Die Nordseeanrainer wollen dieses Problem jetzt gemeinsam angehen, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag mit. Dort treffen zum ersten Mal rund 50 Vertreter aus Verwaltung, Forschungsinstituten und Industrien der Nordseeanrainerstaaten zusammen, um das neue Gemeinschaftsprojekt "North Sea Ballast Water Opportunity" auf den Weg zu bringen.

Mit dem internationalen Ballastwasser-Übereinkommen von 2004 soll schrittweise der bisher übliche unkontrollierte Wasseraustausch unterbunden und die umweltschonenden Behandlung von Ballastwasser an Bord eingeführt werden, erläuterte Dr. Kai Trümpler vom BSH, der eines der insgesamt sechs Arbeitspakete des Projektes betreut. Dies setze voraus, dass der Schifffahrt rechtzeitig geeignete technische Lösungen zur Ballastwasserbehandlung zur Verfügung stehen. Immerhin seien spätestens ab 2016 weltweit etwa 40.000 Schiffe betroffen. Hier setze die gemeinsame Arbeit an.

Die insgesamt zwölf Partner, darunter die renommierte World Maritime University, das britische Institut of Marine Engineering, Science and Technology, die unabhängige dänische Beratungs- und Forschungsinstitution DHIGroup sowie Unternehmen der Analyse- und Messtechnik und Anlagenentwicklung, wollen die notwendige Technik, administrative Standards z.B. für Testverfahren und Überwachung des Betriebs von Ballastwasseranlagen oder einheitliche Datengrundlagen für Risikoanalysen für den Nordseeraum erarbeiten. So könne die führende Position Europas auf dem Gebiet der Ballastwasserbehandlung weiter ausgebaut werden, ergänzte Trümpler. Insofern ziele das Projekt auf einen verbesserten Umweltschutz in der Schifffahrt, eine Stärkung der Leistungs-fähigkeit der Nordseeregion und eine einheitliche, schnellstmögliche Ratifizierung des Ballastwasser-Übereinkommens ab.

Das Projekt steht unter der Leitung des Royal Netherlands Institute for Sea Research. Es verfügt über ein Gesamtbudget von 10,8 Mio. Euro, davon sind Fördermittel in Höhe von 5,3 Mio. Euro von der EU im Rahmen des Interreg IVB Programms zur Verfügung gestellt. Insgesamt 29 Sub-Partner unterstützen das Projekt mit ihrem Know How. Dazu zählen u.a. die Häfen Rotterdam, Antwerpen, Göteborg, Kopenhagen-Malmö, Lloyds Register London, weitere Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Nichtregierungsorganisationen wie der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) und die Stiftung Nordsee.

Mehr Informationen zum Ballastwasser-Übereinkommen und den beim BSH laufenden Zulassungsverfahren für Typengenehmigungen von Ballastwasserbehandlungsanlagen unter www.bsh.de


Quelle: Bundesamt fuer Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

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