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Bleivergiftung: Einziges Berliner Seeadlerweibchen tot

23. März 2009 (Berlin/HL-red.) Aus der Lübeck-TeaTime-Warteschleife: Das einzige Berliner Seeadlerweibchen ist tot. Der Greifvogel ist kürzlich in der Berliner Tierklinik Düppel an Bleivergiftung gestorben. Der NABU fordert aus diesem Anlass erneut ein sofortiges Verbot bleihaltiger Munition. „Hier wird grob fahrlässig der Bestand dieser beeindruckenden Tiere gefährdet. Bundeslandwirtschafts- und Verbraucherministerin Aigner kann unverzüglich die Initiative zugunsten unseres Wappentieres ergreifen und endlich das Verbot von bleihaltiger Munition auf den Weg bringen“, forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.



Foto ü/NABU

Zudem stehe die Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und
Sportwaffen (DEVA) in der Pflicht, die angekündigten Untersuchungen zum
Abprallverhalten von Jagdmunition nun schnellstmöglich umzusetzen. Es
wird höchste Zeit, dass ein Zulassungsverfahren für Munition zu einer
Versachlichung der Diskussion beiträgt.

Seit Wintereinbruch werden zunehmend vergiftete Seeadler aus allen
Bundesländern mit Seeadlervorkommen in die Berliner Tierklinik gebracht.
Seit September 2008 sind allein zwölf Tiere eingeliefert worden, bei
zehn Vögeln wurde eindeutig eine Bleivergiftung festgestellt. Nach
Beobachtungen der Veterinäre ist das ein trauriger Rekord - nie sind in
einer Wintersaison so viele an Bleivergiftung leidende Greifvögel zur
Behandlung in die Berliner Tierklinik gebracht worden. Bundesweit gibt
es noch rund 500 Seeadlerpaare.

Es ist inzwischen erwiesen, dass Bleivergiftungen beim Seeadler durch
bleihaltige Teilmantelgeschosse der Jäger verursacht werden. Die
Geschosse lassen in verendeten Wildtieren oder deren offen liegen
gelassenen Innereien nach großen Jagden Bleisplitter zurück, die von den
Seeadlern mit der Nahrung aufgenommen werden. „Es gibt bleifreie
Alternativmunition, die genauso wirksam und treffsicher wie ein
bleihaltiges Geschoss ist. Diese Munition ist nicht teurer als
konventionelle Jagdmunition“, erläuterte NABU-Jagdexperte Gregor
Beyer, der bleifreie Munition selber seit Jahren verwendet. Der NABU
würde sich wünschen, dass die Jägerschaft in dieser Frage an der
Seite des Naturschutzes steht und nicht immer wieder, wie zuletzt im
Bundesland Brandenburg, mit der Aufkündigung des
Jagdmunitionsmonitorings gemeinsam beschrittene Wege aufgibt.

Ferner belegen internationale Untersuchungen, dass der Verzehr von
bleihaltigem Wildbret auch zu schweren gesundheitlichen Schädigungen
insbesondere bei Kindern führen kann. „Dieses Gesundheitsrisiko allein
spricht schon für ein zügiges Verbot bleihaltiger Jagdmunition“, so
Tschimpke.

Für Rückfragen: Gregor Beyer, NABU-Jagdexperte, Tel. 0174-1826504.
Rainer Altenkamp, Leiter der NABU AG Greifvogelschutz Berlin-Bernau,
Tel. 030-8325283, mobil 0176-22010025.

www.NABU.de
www.NABU-SH.de

Quelle: NABU Schleswig-Holstein


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