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NABU warnt vor Länderplänen zum Verkauf von Staatswald

20. März 2009 (Berlin/HL-red.) Anlässlich des Internationalen Tag des Waldes (21.3.) hat der NABU die Pläne Nordrhein-Westfalens kritisiert, große Flächen Staatswald verkaufen zu wollen. Dabei handelt es sich zum großen Teil um wertvolle Naturschutz- und FFH-Gebiete. Damit sind Bund und Land verpflichtet, diese Flächen für den Biotop- und Artenschutz zu erhalten. Mit dem Verkauf zieht sich der Staat aus der Verantwortung und überlässt diese den privaten Besitzern.

Auch wenn potenzielle Käufer zusichern, die
Ziele des Naturschutzes weiterzuverfolgen, ist nicht sicher, ob sie
diese Verantwortung auch immer tragen können, sagte NABU-Präsident
Olaf Tschimpke. Auch könnten Privatbesitzer Entschädigungen einfordern,
wenn sie wegen der Einhaltung von Naturschutzauflagen Einbußen
verzeichnen.

NABU und BUND haben den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten
Rüttgers in einem Brief aufgefordert, seine Entscheidung, 2714 Hektar
Staatswald zu verkaufen, rückgängig zu machen. Es ist
unverantwortlich, dass nach Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein nun
auch die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen versucht, Löcher in der
Haushaltskasse durch den Verkauf von Staatswald zu stopfen, während
gleichzeitig am Forstpersonal gespart wird, so Tschimpke.
Nordrhein-Westfalen ist mit nur 13 Prozent ohnehin schon das Land mit
dem geringsten Staatswaldanteil.

Die Veräußerung von Staatswald sei nur dann positiv zu bewerten, wenn
Waldflächen mit hohem Naturschutzwert in öffentlich-rechtliche
Stiftungen übertragen werden, mit dem Ziel, diese Flächen langfristig
zu erhalten.

In Schleswig-Holstein konnte der Verkauf von Landeswald 2007 nur durch
massive Bürgerproteste verhindert werden. Alarmierend ist auch die
Entwicklung in Baden-Württemberg. Seit drei Jahren sind die
Holzeinschläge dort massiv gestiegen, um die Staatskasse zu füllen.

Der Staatswald ist der Wald der Bürger und kein Selbstbedienungsladen.
Gerade wenn Flächen eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt
haben, darf nicht das fehlende Geld in der Haushaltskasse die
Entscheidung für oder gegen den Wald bestimmen, so der NABU-Präsident.

Quelle: NABU Schleswig-Holstein
www.NABU.de

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