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Siebenschläfertag - heute nun oder erst am 7. Juli?

27. Juni 2013 (HL-Red-RB) Es gibt schon für den "Laien" gewisse Merkwürdigkeiten: Festtage variieren im Datum. Bei Wetterentwicklungen, die wohl unstreitig nicht von irgendwelchen Tagesdaten nicht abhäng sein können, zumal die Klimaentwicklung da sicherlich auch längst ein gewichtiges Wort mitredet. Einen bestimmten Tag wie den "Siebenschläfer" zudem ebenso wenig sinnvoll starr zu begehen, zeigen ohne Zweifel die "Ansichtskarten-Motive": Wie kann also eine Landschaft wie der "vor" den Alpen an solchem Tag genau das Wetter haben wie im Morden an unserem Meeresküsten. Gut - der Siebenschläfer-Tag lässt wohl auch unterschiedliches Wetter zu, was denn für die kommenden Wochen andauern soll. Interessant allerdings Beobachtungen im Süden Deutschlands, wo Statistiken eine relativ hohe Bestätigung der "Regel" zeigen. Wie auch immer: Schauen wir in WIKIPEDIA, was dort u. a. dazu gesagt wird:

"Siebenschläfertag
Der Siebenschläfertag ist am 27. Juni und ein Gedenktag für die sieben Schläfer von Ephesus. Die gleichnamige alte Bauernregel besitzt ihre Relevanz als Lostag jeweils etwa 10 Tage später um den 7. Juli, aufgrund der gregorianischen Kalenderreform.

Legende des Gedenktages
Sieben Schläfer von Ephesus
Seinen Namen verdankt der Siebenschläfertag einer alten Legende. Danach hatten sieben junge Christen in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius (249–251) in einer Berghöhle nahe Ephesus Zuflucht gesucht. Sie wurden entdeckt und lebendig eingemauert. Der Legende nach starben sie nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang. Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt, wachten auf, bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten und starben wenig später.

Die Legende wird erstmals im 6. Jahrhundert schriftlich dokumentiert, Gregor von Tours (538–594) übersetzte sie erstmals ins Lateinische. Es gibt mehrere syrische und griechische Varianten. Auch der Islam (Koran, Sure 18, „Die Höhle“) erzählt eine Version dieser Geschichte. Mit dem Nagetier Siebenschläfer besteht kein Zusammenhang.


Meteorologische Singularität der Bauernregel

Der Zeitraum um und insbesondere nach dem Siebenschläfertag gilt als meteorologische Singularität wetterbestimmend, die Bauernregel dazu gibt es in einer Vielzahl von Varianten.
Statistische Analysen ergaben, dass sie zwar nicht für den Siebenschläfertag selbst, jedoch für die erste Juliwoche in Süddeutschland in 60–70 %, in München sogar in 80 % der Fälle zutrifft, was mit der vom Jetstream abhängigen Großwetterlage zusammenhängt, welche sich üblicherweise Ende Juni bis Anfang Juli für einige Zeit stabilisiert. Da diese Bauernregel schon deutlich vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582 entstand, ist der heutige Siebenschläfertag eigentlich der 7. Juli. Für den Zeitraum vom 5. bis zum 10. Juli hat der Meteorologe Franz Baur (1887–1977) eine statistische Häufung nachgewiesen.

Liegt der Jetstream im Norden, so werden Tiefdruckgebiete meist in Richtung Nordeuropa abgelenkt und Hochdruckgebiete dominieren das Wetter im südlichen Mitteleuropa, liegt er weiter südlich, so können Tiefs über Mitteleuropa hinwegziehen. Für Norddeutschland mit dem stärker maritim geprägten Klima ist die Regel jedoch nicht anwendbar.

Im Einzelnen ist bei einer Etablierung einer umfangreichen Hochdruckzone über Skandinavien – die unter Umständen mit einer Hochdruckbrücke über England eine stabile Allianz mit dem Azorenhoch bildet – in Mitteleuropa nicht selten mit beständigem, trockenem und sehr warmem bis heißem Wetter zu rechnen. Umgekehrt kann eine zyklonale Westlage in Deutschland und weiten Teilen Mitteleuropas in den darauf folgenden Wochen zu sehr wechselhaftem und unbeständigem Wetter führen. Es herrscht ein im Mittel hoher Luftdruckgradient zwischen den Bodendruckgebilden Islandtief und Azorenhoch, was zu einer lang andauernden Zufuhr feuchter und kühler Luftmassen vom Atlantik nach Mitteleuropa führt. Wenn in Norddeutschland kühle Nordmeerluft vorherrscht und im Süden sich deutlich wärmere Luftmassen auswirken, führt dies zudem zu sehr wechselhaften Wetterauswirkungen. Insbesondere im Übergangsbereich zwischen kühler und warmer Meeresluft besteht dann Unwetterpotenzial."

Einfaches Fazit: Schau'n wir mal.
Fällt mir übrigens ein: Mein Vater hat die ersten 12 Tage des "neuen" Jahres aufgezeichnet. Für ihn ergab sich daraus die zu erwartende Wetterlage für den Januar und die restlichen Monate. Ebenfalls nachdenkenswert...?


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