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Schulhof zwischen "Hölle, Fegefeuer und Paradies" eingeweiht

20. Februar 2009 (HL-Red.). Die Lübecker Domschule, direkt gegenüber dem Dom liegende Grundschule der Hansestadt, hat gestern ihren neu gestalteten Schulhof feierlich seiner Bestimmung übergeben. Die Umbaumaßnahmen kosteten 100 000 Euro. Aufmerksam darauf geworden auch der Landesvater: Auf dem Weg zum Bundesrat nach Berlin nutzte er die Wegstrecke, um bei dieser Feier zugegegen zu sein. "Besser ein Onkel, der etwas mitbringt, als eine Tante, die Klavier spielen kann", schmunzelte er bei seinem Grußwort und überbrachte ein 5.000-Euro-Geschenk.

Hier kleiner "Lübeck-TeaTime"-Bilderbogen:





















Die Umgestaltung des Schulhofs wurde anlässlich der 175-Jahr Feier der Schule in Angriff genommen. Es haben sich Schüler, Eltern und das Lehrkollegium seit Anfang 2007 mit Planung und Finanzierung dieses Projektes beschäftigt, eigene Barmittel des Schulvereins und geldwerte Eigenleistungen eingebracht und Sponsorengelder eingeworben. An der Realisierung waren fortlaufend auch die Schulkinder beteiligt.
Eigene Barmittel des Schulvereins (10 000 Euro) und geldwerte Eigenleistungen in Höhe von 15 000 Euro dienten als Grundlage. Über das Planungsteam des Schulvereins der Dom-Schule wurden weiterhin Sponsorengelder in Höhe von 75 000 Euro eingeworben. In mehreren Beteiligungsprojekten, darunter ein Ideenwettbewerb, ein Malwettbewerb, ein Sponsorenlauf, Flohmärkte auf dem Schrangen, und Eigenleistungswochenenden wurden insbesondere die Kinder fortlaufend an dem Projekt beteiligt.
Hauptsponsoren der Schulhofumgestaltung sind als Gemeinschaftspartner die Possehl-Stiftung und Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck mit 36 000 und 24 000 Euro. Die Stiftungen „Lebendige Stadt“, „Ein Herz für Kinder“ und „Bingo, die Umweltlotterie“ steuerten jeweils 5000 Euro bei. Einzelpersonen, wie der SPD-Landtagsabgeordnete Hans Müller und diverse Firmen wie das Vermessungsbüro Stefan Lorenz, Metallbau Emcken und Container Wulf gaben Sach- und Geldspenden. Die Hansestadt Lübeck beteiligte sich an den Kosten im Rahmen von notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der als Mitglied des Kuratoriums „Stiftung lebendige Stadt“ nach Lübeck gekommen war und den Förderbescheid über die genannten 5000 Euro mitbrachte, zeigte sich angetan von dem elterlichen Engagement und dem Einsatz der Stiftungen. „Ich bin stolz, dass in Lübeck so viele an einem Strang ziehen“, sagte er. Für ihn sei die Teilnahme an der Schulhoferöffnung, wo er von den Kindern in einem eigens komponierten Lieder mit „Herzlich willkommen, Herr Landesvater!“ begrüßt wurde, eine besondere Freude. Bei den Treffen der vergangenen Tage mit Bankern sei er nicht mit Gesang begrüßt worden.

Der Baubeginn der Schulhofumgestaltung war am zweiten Oktoberwochende 2008 mit einem umfangreichen Selbsthilfeeinsatz der Eltern und Kinder der Dom-Schule. Über 60 Eltern und die dazugehörigen Kinder füllten in Windeseile fünf Abräumcontainer, schichteten den vorhandenen Klinkerbelag zur Wiederverwendung auf Paletten auf und rissen baufällige Mülltonnenumhausungen ab. Danach starteten die Landschaftsbauarbeiten der Fachfirmen, die am zweiten Novemberwochenende mit einer zweiten Eigenleistungs-Aktion abgeschlossen wurden. Durch das winterliche Wetter waren einige Restarbeiten wie die Bemalung der Einfriedungsmauer nicht möglich. Diese werden so bald wie möglich wiederum in Eigenleistung durchgeführt.

Überdacht werden muss allerdings noch der Übergang von Sand/Kies-Spielflächen zum eigentlichen Schulhof. Das notwendige Zurückfegen könnte durch eine geeignete Lösung vermieden werden.

Hintergrund: Die Dom-Schule begeht diesem Jahr ihr 175-jähriges Jubiläum. Sie ist eine beliebte und renommierte Grundschule mit integrativem Zweig. Ein Schulhort ist direkt an die Schule angegliedert und in den Schulräumen untergebracht. Schüler und Schülerinnen aus einem sehr breit gestreutem sozialen Spektrum durchlaufen ihre erste und prägende Schulzeit in der Dom-Schule. Sie hat ein großes Einzugsgebiet sowohl aus der umgebenden Altstadt, als auch dem erweiterten Innenstadtbereich.

Täglich nutzen 231 Schüler im Alter von 6 bis 11 Jahren den Schulhof der Dom-Schule. Das in den vier Pausen als auch vor und nach dem Schulbetrieb (Hort). In Zukunft wird dem Schulhof eine noch größere Bedeutung zukommen, wenn sich die Dom-Schule zu einer offenen Ganztagsschule wird.

Die Schulhoffläche ist mit rund 1100 Quadratmeter im Verhältnis zur Schülerzahl sehr klein. Durch die Lage innerhalb der dicht bebauten Altstadt bieten sich keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten. Die Nutzungsmöglichkeit für die Kinder ist aufgrund mangelnder Spielgeräte und Freiflächen niedrig. Der Betonklotz (Eingang zum Luftschutzkeller?) ist zwar mit vielen Geldern und dabei unter anderem mit einer Kletterwand ein wenig hergerichtet worden. Dieses Geld hätte man allerdings dazu verwenden sollen, diesen Klotz ganz zu entfernen.

Ein hieraus resultierende Konfliktpotential hat dazu geführt, dass viele Schüler ihre Pausenzeit lieber im Schulgebäude verbringen. Die letzte umfassende Sanierung des Schulhofes erfolgte im Jahr 1977/78. Auch im Hinblick auf das anstehende Jubiläum der Dom-Schule entstand von Seiten der Schüler und ihrer Eltern der Wunsch nach einer kindgerechten Umgestaltung des Schulhofes. Die Planungsgruppe innerhalb des Schulvereins hat sich das Ziel gesetzt, wie in einem Altstadthaus, alle Winkel der vorhandenen Fläche auszunutzen und kreativ auszugestalten.

Die besondere topographische Lage der Dom-Schule wird geschichtsinteressierten Lübeckern und ihren auswärtigen Besuchern auch in Stadtführungen immer wieder gerne vergegenwärtigt. Sie liegt an der früheren Grenze der städtisch-bürgerlichen bzw. kirchlichen Gerichtsbarkeiten. Die Delinquenten konnten durch die Straße „Fegefeuer“ laufen und bei guten Ortskenntnissen das „Paradies“ (Portal des Domes) erreichen. Ungünstiger verlief ihre Flucht, wenn sie in die Blindgasse „Hölle“ einbogen.... In Anspielung auf diese Lage der Domschule zwischen dem Paradies und der Hölle ist das Motto für die inhaltliche Ausgestaltung des Schulhofprojektes: Schule zwischen Himmel und Hölle. Allerlei Assoziationen werden hierzu leicht wachgerufen ( „Himmelssturm und Höllenfrust – Kinder in Bewegungslust“) und fördern eine phantasievolle, kreative Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der daraus entstandenen schularchitektonischen Umgebung.

Ab Januar 2007 fanden erste Treffen des Schulvereins statt, um die Schulhofsanierung in Angriff zu nehmen Für die weitere Bearbeitung und Entwicklung wurde das Planungsbüro Haberkorn beauftragt, das langjährige Erfahrungen im Bereich der Spielgeräte- und Spielplatzgestaltung vorweisen kann.

Quelle: LÜBECK Pressedienst

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