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Elbe bei Hamburg: Fische ersticken - zu wenig Sauerstoff

03. September 2012 (HL-Red-RB) Ausmaß des derzeitigen Sauerstoffloches ungewöhnlich für die Jahreszeit: Die Elbe bei Hamburg leidet zurzeit unter einem ungewöhnlich schweren Sauerstoffloch. Schon seit Anfang August lag der Sauerstoffgehalt unter den gesetzlich festgelegten Grenzwert von sechs Milligramm pro Liter (mg/l). Ende August lagen die Werte des Hamburger Wassergütemessnetzes (siehe http://www.hamburg.de/wasserguetemessnetz/) sogar unter 2 mg/l und zurzeit zwischen 2-3 mg/l. Für Fische sind diese Werte absolut tödlich. Trotzdem lässt die Hamburg Port Authority (HPA) seit dem 30. August 2012 in Höhe Nienstedten Baggerarbeiten durchführen. Das verschlechtert die ohnehin gravierende Situation noch.

„Die Daten zeigen ein enormes Sauerstoffloch, das von den Elbbrücken abwärts mehrere Dutzend Elbkilometer betrifft“, sagt der Gewässerbiologe Dr. Ludwig Tent, der seine Doktorarbeit zur Hamburger Hafenelbe geschrieben hat. „Wenn infolgedessen die Fischpopulationen sterben, dauert es drei bis fünf Jahre, bis sich die Bestände davon erholen.“ Nach Aussagen von Fischern ist ein derart großes Sauerstoffloch um diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich. „Das ist total erschreckend – sonst haben wir derartige Sauerstofflöcher in der Zeit von Anfang Mai bis Juni erlebt, aber noch nie Anfang September“, sagt Berufsfischer Lothar Buckow aus Jork. Seine Netze vor Wedel auszulegen, habe er aufgegeben: „Alle Fische, die man rausholt, sind tot, sogar Stinte und Zander, die sich dieses Jahr ganz gut entwickelt hatten.“ Der Kaulbarsch, der für Wissenschaftler als so genannter „Parameterfisch“ gilt, sei überhaupt nicht mehr zu finden. Und als besonders besorgniserregend schätzt Buckow die Lage bei den Stinten ein: Sie machen rund 90 Prozent aller Fische in der Elbe aus und dienen als Nahrungsgrundlage für alle anderen Fischarten.
Ursache für das Sauerstoffloch ist ein hohes Algensterben, das durch die seit der letzten Elbvertiefung 1999 erreichte Tiefe der Fahrrinne und des Hafenbeckens begünstigt wird. Hilfreich wäre in dieser Situation ausschließlich, alle für die Elbe belastenden Arbeiten einzustellen, meint Gewässerbiologe Tent. Besonders erbost ihn, dass der Hamburger Hafen als Verursacher dieser Situation nicht für die Schäden aufkommt: „In den siebziger und achtziger Jahren wurden mehrere hundert Millionen Steuergelder ausgegeben, um durch verbesserte Abwasserreinigung die Wasserqualität der Elbe zu verbessern, doch die Erfolge dieser jahrzehntelangen Bemühungen werden durch die Elbvertiefungen zunichte gemacht.“


Quelle:
Regionales Bündnis gegen die Elbvertiefung
http://www.wir-brauchen-keine-elbvertiefung.de/

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