Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Natur Umwelt Klima Energie

Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung zur Hamburger Reaktion

24. Januar 2009 (Cuxhaven). Vom Regionalen Bündnis gegen Elbvertiefung teilt Walter Rademacher mit: Das Regionale Bündnis gegen Elbvertiefung ist entsetzt über die Reaktionen der Hamburger Wirtschaft und Politik auf die Klarstellungen von Umweltminister Sander im Rahmen des Interviews im Hamburger Abendblatt. "Man muss schon ein sehr gestörtes Verhältnis zum Rechtsstaat haben, wenn man eine politische Zusage für einen Planbeschluss unbekannten Inhalts von den Nachbarländern vorab so unverblümt einfordert und ein ergebnisoffenes Verfahren zur Farce machen will. Rechtsstaatlichkeit scheint in Hamburg nur eine lästige Formalität zu sein", so der Sprecher des Bündnis, Walter Rademacher.

Nachdem die Planauslegungen erhebliche Mängel der Planung offenbarte und insgesamt über 6.300 Einwendungen gegen die neunte Vertiefung der Fahrrinne erhoben worden sind, ist noch vollkommen offen, wie der Planbeschluss einmal lauten wird. Die offensichtliche Gefährdung des Altenbrucher Bogens ist bereits Anlass zu erneuten Planänderungen. Welche Auswirkungen die Zweifel an den prognostizierten Sturmfluthochwasserständen und der Wirkung der Schiffswellen auf die Ufer und Deiche in den Erörterungen und im Planbeschluss haben, ist dagegen noch offen. Das Regionale Bündnis fordert die Neuberechnung der Hochwasserstände und der Schiffswellen auf sicherer und aktueller Grundlage durch unabhängige Gutachter. Auch viele Deichverbände, Fischer, Segelvereine und Kommunen haben weiter schwerwiegende Einwände.

Der höchste Sturmfluthochwasseranstieg durch die letzten und geplanten Elbvertiefungen tritt übrigens in Hamburg auf (siehe Grafiken), denn mit größeren Schiffen läuft auch mehr Wasser nach Hamburg. Während andere Länder sich gegen Hochwasser schützen, will Hamburg mit einer weiteren Elbvertiefung die Tore für Sturmfluten weit öffnen. "Hat man in Hamburg nichts aus 1962 gelernt?" fragt sich Rademacher. "Schließlich sind Deiche nicht beliebig erhöhbar und im Hinblick auf den Meeresspiegelanstieg haben wir erst recht keine Reserven zu verschenken." Wie hoch künftige Sturmfluten durch eine weitere Vertiefung auflaufen werden ist nicht bekannt. Die Planungen weisen 1-2 cm aus, die Planer selbst gestehen jetzt 5 cm ein und niedersächsische Landesbehörden halten noch höhere Werte für möglich. An der Ems hatte sich die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) bei den Berechnungen für den Bau des Sperrwerks sogar um 40 cm "verrechnet" und das Land musste folglich die Deiche für 14 Mio. Euro erhöhen.





Die klare Absage für eine politische Vorabfestlegung durch Umweltminister Sander ist angesichts derartiger Risiken nicht nur Gebot der Rechtsstaatlichkeit, sondern auch sachlich und logisch begründet, und das Vertrauen der im Schutz der Deiche an der Unterelbe lebenden Menschen in Ihre Landesregierung wird gestärkt, wenn sie nicht "die Katze im Sack kauft". Nach Sanders Worten bleibt auch die Gleichung, Vertrag mit den Deichverbänden bedeute gleichzeitig Einvernehmen mit Niedersachsen nur Hamburger Wunschdenken.
Internet: http://www.wir-brauchen-keine-elbvertiefung.de/

Quelle: Regionales Bündnis gegen Elbvertiefung/BUND Kreisgruppe Cuxhaven/Hskultur

Impressum