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Agentur für Arbeit Lübeck

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25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl

27. April 2011 (HL-Red-RB) 144.500 Menschen bei Anti-Atomprotesten am Ostermontag: An den Großdemonstrationen der Anti-Atom-Bewegung am Ostermontag haben sich nach Angaben der Veranstalter insgesamt 144.500 Menschen beteiligt. An zwölf Atomstandorten machten die Menschen anlässlich des heutigen 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl klar, dass sie die von AKWs ausgehende Gefahr nicht länger hinnehmen wollen und forderten: Alle AKWs abschalten! Zu den Demonstrationen hatte unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aufgerufen.

Am 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion ein schwerer Unfall. Große Mengen an Radioaktivität wurden freigesetzt und verteilten sich insbesondere über Europa. Die erneut aktualisierte Broschüre „Der Reaktorunfall 1986 in Tschernobyl“ des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) informiert über Unfallhergang, gesundheitliche Folgen und Lehren für Reaktorsicherheit und Notfallschutz, die in Deutschland aus dem Unglück gezogen wurden.

In ganz Deutschland hatten sich Menschen seit dem Vormittag versammelt und sich dann mit Bussen, Autos, Fahrrad-Konvois und Treckern zu den Atomstandorten auf den Weg gemacht. Die Innenstadt von Biblis musste wegen Überfüllung gesperrt und viele Demonstranten auf andere Flächen umgeleitet werden. Für viele Standorte waren dies die größten Demonstrationen seit Jahrzehnten.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Die große Beteiligung an den Protesten zeigt, dass die Bevölkerung der Regierung in Sachen Atomausstieg nicht traut. Nur über die alten Meiler zu reden, obwohl auch die neueren Anlagen nicht gegen die Kernschmelze oder gegen Flugzeugabstürze abgesichert sind, ist einfach unglaubwürdig. Die hundertausendfache Forderung des heutigen Tages lautet: Alle AKW müssen stillgelegt werden.

Dass heute fast 150.000 Menschen auf der Straße waren, ist noch höher zu bewerten als die 250.000 Demonstranten am 26. März in den vier größten Städten der Republik. Denn die Atom-Standorte liegen eher in ländlichen Regionen. Der Aufwand zur Beteiligung an diesen Demonstrationen war ungleich viel höher als bei Protesten in den Innenstädten der Metropolen.

Die nächsten Massenproteste sind bereits in Vorbereitung. Am 28. Mai, kurz vor der Entscheidung des Bundeskabinetts über ein neues Atomgesetz, wird in etwa 20 Großstädten unter dem Motto ‚Atomkraft: Schluss!‘ demonstriert werden. Und für Mitte Juni, wenn Bundestag und Bundesrat über die Zukunft der Atomenergie entscheiden, wird es an mehreren AKW-Standorten mehrtägige Blockadeaktionen geben.“

Die heutigen Demonstrationen wurden von unzähligen Initiativen vor Ort vorbereitet und von einem bundesweiten Trägerkreis aus Umweltorganisationen und Anti-Atom-Initiativen koordiniert.

Auch in Japan und Frankreich gab es Anti-AKW-Proteste. So beteiligten sich an der internationalen Brücken-Aktion gegen das französische AKW Cattenom rund 20.000 Menschen. Bereits gestern hatten in Tokio und anderen japanischen Städten Tausende Menschen gegen Atomenergie demonstriert.

Für die nächsten Wochen sind bereits weitere Proteste angekündigt. Am 28. Mai, bevor die Bundesregierung ihren Atom-Fahrplan beschließt, werden in 20 Städten Großdemonstrationen stattfinden und für das Ende des AKW-Moratoriums Mitte Juni planen unterschiedliche Gruppen und Organisationen Blockaden von Atomanlagen.

Die Zahlen von vor Ort:
• Biblis 15.000
• Braunschweig Land 11.000
• Brunsbüttel 6.000
• Esenshamm 5.200
• Grafenrheinfeld 15.000
• Grohnde 20.000
• Gronau/Ahaus 10.000
• Gundremmingen 10.000
• Krümmel 17.000
• Lubmin 2.000 und 450 im Treck
• Neckarwestheim 8.000
• Philippsburg 3.000.


Quelle:
- erschienen am: 2011-04-26 im europaticker -


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